Die kurzlebige Kandidatur von Abgeordneter Elise Stefanik als republikanische Gouverneurin von New York war keine langfristig geplante Kampagne für ein höheres Amt. Laut einem New Yorker Republikaner, der sie gut kennt, war es ein Wutanfall.
Ein gut vernetzter New Yorker Republikaner sagte Politicos Ben Jacobs in einem am Freitag veröffentlichten Artikel, dass Stefanik ihre Kandidatur für das Gouverneursamt „fast aus Trotz" gestartet habe, nachdem Präsident Donald Trump ihre Nominierung zur US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen zurückgezogen hatte.

Stefanik hatte ihren Führungsposten im Repräsentantenhaus und ihren Sitz im Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses aufgegeben, um sich auf die UN-Rolle vorzubereiten. Sie entließ Mitarbeiter. Sie wartete. Dann zog Trump im März 2025 die Nominierung zurück und verwies auf die hauchdünne Mehrheit der Republikaner im Repräsentantenhaus und auf Bedenken hinsichtlich einer Nachwahl in ihrem Wahlkreis.
Der Zusammenbruch scheint wehgetan zu haben, wie Politicos Berichterstattung zeigt. Dieselbe Person aus Stefaniks Umfeld, die die Gouverneurskandidatur als rachebewogen beschrieb, sagte Politico, dass Stefanik, um in dem tief-blauen New York tatsächlich zu gewinnen, „ein absolut perfektes Jahr bräuchte."
Das bekam sie nicht. Nachdem der Nassau County-Direktor Bruce Blakeman im Dezember in die republikanische Vorwahl eintrat, zog Stefanik sich aus dem Rennen zurück, anstatt Ressourcen im Kampf gegen einen anderen Republikaner zu verschwenden – vor einer allgemeinen Wahl, von der alle wussten, dass sie ein Kampf bergauf werden würde.
In einem separaten Interview mit dem New York Magazine hatte Stefanik zuvor gesagt, ihre Kampagne habe eine „freie Bahn" erfordert, die sich nie ergeben habe. Der Politico-Bericht fügt ein mögliches fehlendes Puzzlestück hinzu. Laut Personen aus ihrem Umfeld ging es bei der Kampagne nicht wirklich darum, die demokratische Gouverneurin Kathy Hochul zu schlagen. Es ging darum, Trumps UN-Kehrtwende nicht als letztes Wort stehen zu lassen.


