Der Arzt, der denselben kognitiven Screening-Test durchgeführt hat, mit dem Präsident Donald Trump öffentlich prahlt, sagt, er sehe etwas, das das Land beunruhigen sollte.
Dr. Rob Davidson, Vorsitzender des Committee to Protect Healthcare, führte den ehemaligen CNN-Reporter Jim Acosta in Acostas Sendung diese Woche durch die Montreal Cognitive Assessment. Davidson nutzte den Auftritt, um eine deutliche Botschaft über Trumps wiederholte öffentliche Behauptungen zu übermitteln, dass er den Test mehrfach mit Bravour bestanden habe.

Der Test, so Davidson, sei keine Routineuntersuchung, die Ärzte jedem Patienten aushändigen. Er wird speziell dann durchgeführt, wenn ein Arzt oder ein Familienmitglied Bedenken hinsichtlich eines möglichen kognitiven Abbaus geäußert hat. Und einmal reicht in der Regel aus.
„Das ist einfach nicht typisch, oder?", sagte Davidson. „Es ist nicht typisch. Es ist nicht das, was man generell bei einer Person tun würde, wenn man keine Bedenken hätte."
Der MoCA-Test ist darauf ausgelegt, leichte kognitive Beeinträchtigungen zu erkennen, nicht Intelligenz zu messen oder eine vollständige Demenz festzustellen. Davidson beschrieb ihn als Screening für jemanden, der möglicherweise „ein wenig nachlässt" und dessen Angehörige oder Arzt beginnen, dies wahrzunehmen. Es ist kein Test, den ein durchschnittlich gesunder Erwachsener je absolviert, und er ist nicht dafür konzipiert, zu selbstbeglückwünschenden Zwecken wiederholt zu werden.
Davidson vermied es, zu sagen, dass Trump an einer diagnostizierbaren Erkrankung leidet, und bezeichnete eine solche Ferndiagnose als unethisch. Aber er milderte nicht den Eindruck, den Trumps öffentliches Verhalten bei ihm als Arzt hinterlässt.
„Ich werde keine Diagnose stellen, das tun wir nicht, es ist nicht ethisch, jemanden zu diagnostizieren", sagte Davidson. „Und ich weiß nicht, ob der Präsident eine Erkrankung hat, aber irgendetwas scheint einfach nicht zu stimmen."
Er wies weiter darauf hin, dass Trumps gemeldetes Muster, den MoCA wiederholt anzufordern und damit zu prahlen, selbst ein ungewöhnlicher Datenpunkt sei. Ärzte des Weißen Hauses, so Davidson, seien typischerweise nicht daran gewöhnt, denselben Beeinträchtigungs-Screening-Test immer wieder bei einem Patienten durchzuführen, wenn kein klinischer Anlass besteht. Dass Trump den Test offenbar immer wieder ablegen wolle, sei an sich schon bemerkenswert.
Acosta selbst ist seit Jahren ein häufiges Ziel von Trumps Angriffen, die bis zu seinen Zeiten als Korrespondent im Weißen Haus für CNN zurückreichen. Er absolvierte den Test vor laufender Kamera, um zu verdeutlichen, dass kein Präsident in die Lage kommen sollte, dies tun zu müssen. Am Ende des Segments war Acosta noch besorgter über den Präsidenten.

