Vielleicht haben Sie schon von der Dollar-Milkshake-Theorie gehört, wenn Sie ein Fan der Finanzwelt sind. Sie klingt zwar wie eine süße Versuchung, doch wie
Brent Johnson prognostiziert, könnte sie eine unschöne Wendung nehmen. Die Theorie hat ein faszinierendes Konzept, das versucht, die Dynamik der globalen Wirtschaft zu erklären und deren potenzielle Auswirkungen auf verschiedene Märkte – einschließlich Kryptowährungen. Dieser Artikel beleuchtet das Wesen der Dollar-Milkshake-Theorie und untersucht ihre praktischen Implikationen.
Die Dollar-Milkshake-Theorie geht davon aus, dass das globale Finanzsystem wie ein Milkshake ist, zusammengesetzt aus Kapital, Liquidität und Schulden aus aller Welt. In dieser Analogie fungiert der US-Dollar als „Strohhalm“, der Liquidität und Kapital aus anderen Volkswirtschaften in die USA zieht.
Dies geschieht aufgrund der im Vergleich zu anderen Zentralbanken relativ strafferen Geldpolitik der Federal Reserve. Wenn die Fed die Zinssätze anhebt und ihre Politik verschärft, wird Kapital in die USA gelockt, da dort höhere Renditen winken. Anleger und Regierungen verlagern ihre Mittel in auf Dollar lautende Vermögenswerte, was den Dollar zusätzlich unter Aufwertungsdruck setzt.
Wie die Theorie nahelegt, „trinken“ die USA im Wesentlichen den globalen Milkshake, indem sie Macht und Kapital innerhalb ihres Finanzsystems konsolidieren, während sie anderen Volkswirtschaften Liquidität entziehen.
Um die Mechanik der Dollar-Milkshake-Theorie zu verstehen, ist es wichtig zu betrachten, wie globales Kapital auf wirtschaftspolitische Maßnahmen reagiert.
Quantitative Lockerung (QE): Wenn Länder mit einer Rezession oder niedrigem Wirtschaftswachstum konfrontiert sind, greifen sie häufig zu QE – indem sie über Anleihekäufe der Zentralbanken Liquidität in die Wirtschaft pumpen.
Globaler Liquiditätsüberschuss: Wenn mehrere Volkswirtschaften gleichzeitig Geld drucken, steigt die weltweite Liquidität stark an. Dennoch bleibt der US-Dollar die Weltreservewährung, und die Nachfrage nach ihm wächst weiter.
Straffe US-Geldpolitik: Wenn die USA die Zinsen anheben, während andere Länder sie niedrig halten, fließt Kapital in die USA auf der Suche nach Rendite.
Abwertung anderer Währungen: Andere Währungen verlieren gegenüber dem Dollar an Wert, was zu Inflationsdruck und wirtschaftlicher Instabilität außerhalb der USA führt.
Auch wenn die Dollar-Milkshake-Theorie eine moderne Interpretation darstellt, liefert die Geschichte mehrere Beispiele für ähnliche Dynamiken:
Asienkrise (1997): Viele südostasiatische Länder erlebten massive Kapitalabflüsse, als der US-Dollar stärker wurde. Der Zusammenbruch lokaler Währungen wie des thailändischen Baht löste weitreichende wirtschaftliche Turbulenzen aus.
Eurozonen-Schuldenkrise (2010–2012): Als Investoren das Vertrauen in den Euro verloren, floss Kapital in auf Dollar lautende Vermögenswerte. Die Stärke des Dollars legte die Verwundbarkeit südeuropäischer Volkswirtschaften offen und erhöhte deren Kreditkosten.
COVID-19-Pandemie (2020): Der anfängliche globale Schock führte zu einem Ansturm auf den US-Dollar als sicheren Hafen. Obwohl die Fed die Zinsen drastisch senkte und QE umsetzte, blieb die Dominanz des Dollars bestehen.
Diese Beispiele verdeutlichen, wie globale Schocks und Entscheidungen von Zentralbanken den Milkshake-Effekt verstärken können – indem sie Liquidität aus schwächeren Volkswirtschaften abziehen und gleichzeitig den Dollar stützen.
Brent Johnson, CEO von
Santiago Capital, hat die Dollar-Milkshake-Theorie eingeführt. Dabei griff er auf die Arbeiten von Ökonomen wie Ray Dalio über langfristige Schuldenzyklen und die Dominanz des Dollars zurück.
Brent Johnson, Santiago Capital CEO
Johnson argumentiert, dass das globale Finanzsystem in einer Falle steckt. Länder sind durch Schulden belastet, auf Dollar-Liquidität angewiesen und können sich nicht ohne Weiteres vom dollarbasierten System lösen. Daher fließt Kapital in Zeiten von Krisen oder wenn Sicherheit gesucht wird, in die USA und schafft ein Ungleichgewicht.
Diese Theorie handelt nicht von wirtschaftlicher Überlegenheit, sondern von finanzieller Schwerkraft. Nach Johnsons Ansicht könnte der Dollar andere Volkswirtschaften zerstören, bevor er schließlich selbst demselben Schicksal erliegt.
Eine spannende Anwendung der Dollar-Milkshake-Theorie liegt in ihren potenziellen Auswirkungen auf Kryptowährungen.
Da globale Volkswirtschaften mit Abwertungen und Liquiditätskrisen kämpfen, könnten Anleger nach alternativen Vermögenswerten wie
Bitcoin,
Ethereum und
Stablecoins suchen. Kryptowährungen – insbesondere dezentralisierte – bieten Schutz vor Währungsmanipulation und Inflation.
Es gibt jedoch ein Paradox: Ein stärkerer Dollar kann Krypto-Investitionen für Nicht-US-Anleger riskanter machen. Langfristig jedoch könnten digitale Assets als Absicherung gegen die Politik der Zentralbanken dienen, wenn das Vertrauen in Fiat-Währungen erodiert.
Ein Beispiel: Während des Bullenlaufs 2021
stieg Bitcoin stark an, obwohl Inflationsängste und Dollarstärke gleichzeitig vorhanden waren. Die weltweite Nachfrage nach dezentralisierten Wertspeichern wurde deutlicher spürbar.
Die Dollar-Milkshake-Theorie von Brent Johnson bietet eine einzigartige Perspektive auf die Zukunft des US-Dollars inmitten globaler wirtschaftlicher Unsicherheiten. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass die Prognosen eines stärkeren US-Dollars und dessen potenzieller Auswirkungen auf die Weltwirtschaft nicht als sicher gelten können. Wirtschaftstheorien unterliegen zahlreichen Faktoren und Unwägbarkeiten. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Ereignisse entwickeln werden.
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