EU signalisiert MiCA 2, während Krypto-Regulierung in die nächste Phase eintritt
Iris Coleman 15.04.2026 11:21
Der Berater der Europäischen Kommission, Peter Kerstens, sagt, dass MiCA wahrscheinlich mit einer zweiten Version weiterentwickelt wird, da die Krypto-Märkte über die ursprünglichen Rahmenannahmen hinauswachsen.
Der wegweisende Krypto-Regulierungsrahmen der Europäischen Union wird mit ziemlicher Sicherheit eine Fortsetzung erhalten, so ein hochrangiger Berater der Europäischen Kommission, der signalisierte, dass sich die politischen Entscheidungsträger bereits darauf vorbereiten, MiCA anzupassen, da die Märkte für digitale Vermögenswerte über die Bedingungen hinauswachsen, auf denen das Gesetz aufgebaut wurde.
Peter Kerstens, Berater für technologische Innovation in der Finanzdienstleistungsabteilung der Kommission, teilte den Teilnehmern der Paris Blockchain Week 2026 mit, dass die Regulierungsbehörde eine öffentliche Konsultation starten wird, um zu bewerten, ob MiCA noch den Marktrealitäten entspricht. Seine Einschätzung war deutlich: Es wäre „ziemlich ungewöhnlich", wenn es nicht irgendwann ein „MiCA 2" gäbe.
Eingebaute Weiterentwicklung, keine Notfallreparatur
Kerstens stellte die bevorstehende Überprüfung als routinemäßige Wartung dar und nicht als Schadensbegrenzung. Die ursprüngliche MiCA-Verordnung enthält bereits eine obligatorische Überprüfungsklausel, die die Kommission verpflichtet, bis zum 30.06.2027 über ihre Anwendung zu berichten, mit der Befugnis, bei Bedarf gesetzliche Änderungen vorzuschlagen.
Der Berater stellte fest, dass MiCA entworfen wurde, als die Krypto-Märkte grundlegend anders aussahen – eine Handvoll dominanter Vermögenswerte, umgeben von Tausenden kleinerer Token. Diese Struktur hat sich verändert, und der Regulierungsrahmen muss die aktuellen Marktdynamiken widerspiegeln.
Für die öffentliche Konsultation werden „keine Tabus" gelten, sagte Kerstens und lud die Branchenteilnehmer ein, darauf hinzuweisen, wo Regeln erweitert, eingeschränkt oder unverändert bleiben sollten. Seine Warnung hatte Gewicht: Wenn sich die Regulierung nicht parallel zur Innovation weiterentwickelt, werden die Märkte einfach bestehende Regeln umgehen und die rechtliche Unklarheit schaffen, die jeder vermeiden möchte.
Branche drängt bereits auf Änderungen
Die Konsultation wird nicht bei Null beginnen. Kryptowährungsunternehmen haben seit Beginn der Umsetzung die Grenzen von MiCA getestet, und die Feedbackschleife ist bereits aktiv.
Der Stablecoin-Herausgeber Circle reichte am 24.03. Empfehlungen bei der Kommission ein und drängte darauf, Schwellenwerte zu senken, die derzeit die Verwendung von auf Euro lautenden Stablecoins bei der Abwicklung einschränken. Das Unternehmen möchte auch einen erweiterten Zugang für Krypto-Asset-Dienstleister im Rahmen des vorgeschlagenen Marktintegrationspakets.
Inzwischen bleiben Durchsetzungsfragen ungelöst. Am 03.04. diskutierten EU-Beamte, ob die Aufsicht über große Kryptowährungsunternehmen von nationalen Regulierungsbehörden auf die ESMA, den Wertpapieraufsichtsbehörde des Blocks, verlagert werden sollte. Die Diskussion spiegelt anhaltende Bedenken hinsichtlich inkonsistenter Durchsetzung in den Mitgliedstaaten wider – ein Reibungspunkt, den MiCA 2 möglicherweise direkt angehen muss.
Worauf Händler achten sollten
Die Überprüfungsfrist im Juni 2027 gibt der Branche etwa 14 Monate Zeit, um zu gestalten, was als nächstes kommt. Unternehmen, die in der EU tätig sind, sollten den Zeitplan für die öffentliche Konsultation genau verfolgen – ein frühes Engagement könnte Regeln beeinflussen, die die europäischen Krypto-Märkte für das nächste Jahrzehnt regeln werden.
Für Stablecoin-Herausgeber ist das Ergebnis besonders wichtig. Circles Bemühungen, Abwicklungsbeschränkungen zu lockern, deuten darauf hin, wo aktuelle Regeln operationelle Reibungen verursachen, und ob MiCA 2 diese Bedenken anspricht, wird bestimmen, wie wettbewerbsfähig auf Euro lautende Stablecoins gegenüber Dollar-Alternativen werden.
Die Debatte über Zentralisierung versus nationale Aufsicht verdient ebenfalls Aufmerksamkeit. Wenn die ESMA direkte Aufsicht über große Kryptowährungsunternehmen erhält, ist mit einem einheitlicheren – aber möglicherweise strengeren – Durchsetzungsumfeld im gesamten Block zu rechnen.
Bildquelle: Shutterstock- mica
- eu-regulierung
- krypto-politik
- europäische kommission
- stablecoins








