Rheinmetall erzielte im ersten Quartal einen Umsatz von 1,94 Milliarden €, ein Anstieg von 8 % gegenüber 1,80 Milliarden € im Vorjahreszeitraum. Damit wurde der Analystenkonsens von 2,27 Milliarden € deutlich verfehlt.
Der Betriebsgewinn belief sich auf 224 Millionen €, ein Anstieg von 17 % im Jahresvergleich, blieb jedoch hinter den vom Markt erwarteten 262 Millionen € zurück. Die Betriebsmarge stieg von 10,6 % auf 11,6 %.
Das unverwässerte Ergebnis je Aktie aus fortgeführten Geschäftsbereichen stieg von 1,78 € auf 2,18 €, verfehlte jedoch den Konsensschätzung von 2,70 €.
Rheinmetall AG, RHM.DE
Der operative freie Cashflow war im Quartal mit minus 285 Millionen € negativ – ein deutlicher Umschwung gegenüber plus 243 Millionen € im Vorjahreszeitraum und weit unter den von Analysten prognostizierten plus 181 Millionen €.
Die Aktie fiel am Donnerstag nach Bekanntgabe der Ergebnisse um mehr als 2 %. Die Verfehlung bei mehreren wichtigen Kennzahlen war schwer zu ignorieren, auch wenn ein gewisses zugrunde liegendes Wachstum erkennbar war.
Ein herausragendes Merkmal des Berichts war der Auftragsbestand, der um 31 % von 56 Milliarden € auf 73 Milliarden € im Jahresvergleich sprang. Naval Systems wurde erstmals einbezogen und brachte einen Auftragsbestand von 5,50 Milliarden € mit.
Der Auftragseingang hingegen fiel um 55 % auf 4,90 Milliarden € im Vergleich zu 10,70 Milliarden € im Vorjahresquartal. Rheinmetall erklärte, der Vorjahreszeitraum sei durch mehrere Milliardendeals gestützt worden.
Goldman Sachs-Analysten stellten fest, dass der Markt sich wahrscheinlich auf das Nachfrageumfeld in Deutschland und die Erwartungen rund um den Auftragszeitpunkt konzentrieren werde.
Jenseits der Zahlen machte Rheinmetall mit seinem Vorstoß in die Marschflugkörperproduktion Schlagzeilen. Das Unternehmen teilte mit, dass es plant, bereits ab Q4 2026 oder Anfang 2027 gemeinsam mit dem niederländischen Unternehmen Destinus fortschrittliche Marschflugkörper über ein neu gegründetes Joint Venture, Rheinmetall Destinus Strike Systems, herzustellen, an dem Rheinmetall einen Anteil von 51 % hält.
Der Destinus Ruta Block 2-Marschflugkörper absolvierte Ende April einen Flugtest. Er hat eine Reichweite von über 700 Kilometern und ist darauf ausgelegt, kritische Infrastruktur zu treffen.
CEO Armin Papperger erklärte, die Gespräche mit Lockheed Martin über die Produktion von Raketen und Marschflugkörpern in Deutschland verliefen langsamer als erhofft, da es Meinungsverschiedenheiten über die Kostenteilung gebe. Er sagte, Rheinmetall erkunde auch Partnerschaften im Bereich Marschflugkörper mit Raytheon.
Papperger hob starke Q2-Erwartungen hervor und verwies auf großvolumige Aufträge im Bereich Marine und Fahrzeuge sowie die volle Produktion im Munitionswerk Murcia in Spanien nach der Explosion im vergangenen Jahr.
Rheinmetall gab außerdem ein unverbindliches Angebot für die German Naval Yards Kiel ab und prüft den Erwerb eines Teils der Werft Mangalia in Rumänien im Rahmen seiner maritimen Expansion.
Das Unternehmen teilte mit, es befinde sich in Gesprächen mit mehreren Ländern des Nahen Ostens über die Lieferung von bis zu 10 Luftabwehrsystemen in diesem Jahr, vor dem Hintergrund regionaler Spannungen infolge des US-israelischen Konflikts mit dem Iran.
Die Guidance für das Gesamtjahr 2026 bleibt unverändert: Umsatz von 14 Milliarden € bis 14,5 Milliarden € und eine Betriebsmarge von rund 19 %.
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