Kelp DAO Exploit treibt DeFi-Wechsel zu Chainlink an, 290 Mio. USD auf dem Spiel
Tony Kim 08.05.2026 14:16
DeFi-Protokolle wie Solv und Tydro migrieren zu Chainlink, nachdem Kelp DAOs 290-Mio.-USD-Hack Sicherheitslücken in der Oracle- und Bridge-Infrastruktur aufgedeckt hat.
Der 293-Millionen-Dollar-Exploit von Kelp DAO hat eine Welle von Sicherheitsüberarbeitungen bei dezentralisierten Finanzen (DeFi)-Protokollen ausgelöst, wobei mehrere Projekte ihre bisherigen Oracle- und Bridge-Anbieter zugunsten der Chainlink-Infrastruktur aufgeben. Der Angriff, der am 18.04. stattfand, nutzte Schwachstellen in Kelp DAOs Cross-chain-Konfiguration aus, entzog 116.500 rsETH-Token und verursachte weitreichende Störungen im DeFi-Ökosystem.
Solv Protocol, eine Bitcoin-DeFi-Plattform, gab am 07.05. bekannt, dass es zu Chainlinks Cross-Chain Interoperability Protocol (CCIP) migrieren wird, und verwies dabei auf eine „umfangreiche Sicherheitsüberprüfung", die Chainlink als die sicherste Option eingestuft hatte. Ähnlich gab das Liquiditätsprotokoll Tydro am 06.05. seinen eigenen Wechsel zu Chainlink bekannt, nachdem sein bisheriger Oracle-Anbieter Chaos Labs einen Vorfall erlitt, der aufgrund ungenauer Preisdaten zu Marktsuspendierungen führte.
Die systemischen Folgen des Kelp DAO Exploits waren gravierend. Der Angriff verursachte nicht nur einen Rückgang des gesamten gesperrten Werts (TVL) im DeFi um 10,5 Milliarden USD, sondern zwang auch wichtige Protokolle wie Aave, Märkte mit rsETH auszusetzen. Erschwerend kam hinzu, dass Kelp DAO selbst zu Chainlink wechselte und seine LayerZero-gestützte Cross-Chain Brücke aufgab, wobei die Schwachstelle auf LayerZeros Single-Verifier-Setup zurückgeführt wurde. Als Reaktion darauf argumentierte LayerZero am 20.04., dass Kelp DAO frühere Warnungen vor den Risiken der Abhängigkeit von einem einzigen Verifizierungspfad ignoriert hatte.
Chainlink konsolidiert sich als führender Oracle-Anbieter
Die Migration mehrerer DeFi-Protokolle zu Chainlink unterstreicht einen breiteren Trend: das Konsolidieren vertrauenswürdiger Oracle-Anbieter. Chainlink sichert derzeit laut DefiLlama über 32 Milliarden USD an Wert und repräsentiert 58 % des Oracle-Marktes. Diese Dominanz hat zugenommen, da Protokolle inmitten einer Reihe hochkarätiger Exploits im Sektor die Zuverlässigkeit priorisieren. Andere Anbieter, darunter Chronicle (7,6 Milliarden USD an gesichertem Wert) und RedStone, entwickeln sich ebenfalls zu wichtigen Akteuren, wenn auch mit deutlich kleineren Marktanteilen.
Im Gespräch mit Cointelegraph bemerkte Marcin Kazmierczak, Mitgründer von RedStone: „Eine kleinere Gruppe vertrauenswürdiger Oracles bildet sich auf dem Markt. Da sich das Kapital bei Anbietern mit nachgewiesener Erfolgsbilanz konzentriert, könnte das Risiko oracle-bezogener Exploits sinken." Nik Kunkel, Gründer von Chronicle, warnte jedoch, dass eine übermäßige Abhängigkeit von einem einzigen Anbieter systemische Risiken birgt, und betonte die Notwendigkeit einer transparenten und unabhängig verifizierbaren Dateninfrastruktur.
Marktauswirkungen und künftige Überlegungen
Für Händler und Investoren ist der Schaden durch den Kelp DAO Hack eine eindringliche Erinnerung an die Risiken, die durch schwache Cross-chain- und Oracle-Infrastruktur entstehen. Der Vorfall hat bereits zu einem teilweisen Einfrieren von 71 Millionen USD in ETH geführt, die mit dem Exploit in Verbindung stehen, wobei ein Arbitrum DAO-Vorschlag zur Freigabe dieser Mittel zum 08.05. kurz vor der Verabschiedung steht. Falls genehmigt, könnte dies dazu beitragen, einen Teil des Wertes von rsETH wiederherzustellen und die damit verbundenen DeFi-Märkte zu stabilisieren.
Mit Blick auf die Zukunft könnte der Wechsel zu Chainlink und anderen robusten Anbietern das Vertrauen in DeFi stärken, wirft aber auch Fragen zur Marktkonzentration auf. Da Protokolle zunehmend um einige wenige dominante Akteure Konsolidieren, muss der Sektor eine Balance zwischen erhöhter Sicherheit und dem Risiko der Zentralisierung finden.
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