Die Türkei hat in Partnerschaft mit der Weltbank ein Finanzierungsprogramm für ihren Agrarsektor angekündigt, da Ankara die Lebensmittelproduktion und die ländliche Entwicklung inmitten des wirtschaftlichen Drucks stärken will.
Präsident Recep Tayyip Erdoğan erklärte, das Programm habe einen Wert von 5,3 Milliarden US-Dollar (241 Milliarden TL), wobei in diesem Jahr zunächst 750 Millionen US-Dollar freigegeben werden sollen, so die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu.
Das Projekt „Turkey Agrifood Sector Transformation for Jobs and Rural Prosperity" läuft über 10 Jahre und deckt bis zu 80 Prozent der Investitionskosten ab.
Unternehmen könnten eine Finanzierung von bis zu 10 Millionen US-Dollar beantragen, mit Fälligkeitsdaten von bis zu sieben Jahren und 24-monatigen Kulanzzeiten, so der Präsident.
Darüber hinaus wird Ankara einen Kreditgarantiefonds in Höhe von 500 Millionen US-Dollar einrichten, um Primärproduzenten zu unterstützen, die Schwierigkeiten beim Zugang zu Krediten haben.
Die Initiative soll neue Vermarktungskanäle für 400.000 Landwirte schaffen und Beschäftigungsmöglichkeiten für 250.000 Menschen generieren, sagte Erdoğan.
Die Türkei belegt weltweit den dritten Platz in der Gemüseproduktion und den vierten Platz in der Obstproduktion. Sie exportiert Saatgut in 117 Länder und gehört zu den zehn größten Saatgutexporteuren der Welt.
Erdoğan erklärte am Dienstag, dass die Türkei Vorkehrungen getroffen habe, um ihre Ernährungssicherheit und Agrarproduktion vor den Auswirkungen regionaler Konflikte, Klimarisiken und globaler Krisen zu schützen.
„In der Landwirtschaft hatten wir bereits die Versorgung mit Düngemittel-Rohstoffen gesichert. Unsere Düngemittelvorräte sind auf ausreichendem Niveau", sagte er.
Im März warnte Máximo Torero, Chefökonom der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, dass der Iran-Krieg einen Nahrungsmittelversorgungsschock in der Entwicklungswelt auslösen könnte, wenn die Unterbrechung im Golf länger als drei Monate andauert.
Jean-Marie Paugam, stellvertretender Generaldirektor der Welthandelsorganisation, sagte gegenüber der Agence France-Presse, dass Störungen bei Düngemittellieferungen eine doppelte Bedrohung für die Ernährungssicherheit durch Knappheit und höhere Preise darstellten.
„Düngemittel sind heute das Thema Nummer 1", sagte er.


