Laut einem Experten hat das Justizministerium von Präsident Donald Trump seinen umfassenderen Plan signalisiert, nachdem es seine jüngste Anklageschrift vorgelegt hat.
Melba Pearson, eine ehemalige Staatsanwältin in Südflorida, sagte in einer neuen Episode des Legal AF Podcasts, dass die Anklageschrift gegen Raúl Castro wahrscheinlich weder zu Castros Auslieferung noch zu einem Prozess führen wird. Dennoch offenbarte sie, dass die Trump-Administration anscheinend ein größeres Ziel verfolgt, aufgrund der politischen Wirkung der Anklageschrift.

Das Trump-Justizministerium erhob am Mittwoch Anklage gegen Castro wegen eines Flugzeugabschusses im Jahr 1996, bei dem vier Männer ums Leben kamen, drei davon amerikanische Staatsbürger. Trump begleitete die Anklageschrift mit der Behauptung, dass die USA bald ein Embargo gegen das Land verhängen würden, das ohnehin bereits wirtschaftlich leidet.
Während die USA in der Vergangenheit bereits mehrere Staatsführer angeklagt haben, wies Pearson auf einen wesentlichen Unterschied bei Castros Anklageschrift hin. Kuba hat kein Auslieferungsabkommen mit den USA, was bedeutet, dass es unwahrscheinlich ist, dass Castro jemals wie Saddam Hussein oder Nicolás Maduro verhaftet werden wird.
Eine Anklageschrift verhindere jedoch, dass Castro das Land verlässt und sein Vermögen nutzt, sagte Pearson. Das deute auf die übergeordneten Ziele der Trump-Administration hin.
„Castros Anklageschrift folgt irgendwie demselben Weg, was mich dann glauben lässt, was der größere Plan ist, nämlich etwas, das ganz offen ausgesprochen wurde: eine Übernahme Kubas", sagte Pearson.
Die Trump-Administration droht seit Monaten damit, Kuba zu invadieren. Berichten zufolge bereiten sich Kubaner auf eine US-Invasion vor, und die kubanische Regierung kauft angeblich Drohnen in Vorbereitung auf einen Konflikt.
Pearson stellte fest, dass die Anklageschrift gegen Castro eine Möglichkeit für Trump sein könnte, im Hinblick auf die Zwischenwahlen bei kubanischen Wählern zu punkten.
„Sie sind in großer Stärke herausgekommen, um diesen Präsidenten zu unterstützen, und sie sind einer der politisch aktivsten Wählerblöcke im Bundesstaat Florida", bemerkte Pearson. „Diese Anklageschrift schaut also erneut auf das Timing ... das ist ein Nicken in Richtung der kubanischen Gemeinschaft."