Beim JPMorgan Chase Global China Summit, der diese Woche in Shanghai stattfand, sprach CEO Jamie Dimon mit Bloomberg über dringende wirtschaftliche Bedenken. Seine Botschaft konzentrierte sich auf zunehmenden Zinsdruck und dessen Potenzial, einen erheblichen wirtschaftlichen Abschwung auszulösen.
In seinem Interview mit Bloomberg Television am Donnerstag deutete Dimon an, dass die Anleiherenditen noch nicht unbedingt ihre Obergrenze erreicht haben. „Die Zinssätze könnten deutlich höher sein als heute", warnte er.
Die Rendite 10-jähriger Staatsanleihen stieg am Dienstag auf 4,68 % – die stärkste Performance seit dem ersten Monat des Jahres 2025. Unterdessen kletterte die Rendite 30-jähriger Staatsanleihen auf 5,18 %, ein Niveau, das seit Juli 2007 nicht mehr erreicht wurde.
In der Handelssitzung am Donnerstag hatte sich die 10-jährige Rendite bei etwa 4,61 % eingependelt, während ihr 30-jähriges Pendant bei rund 5,14 % notierte. Gleichzeitig erlebten die Rohölkurse einen Aufwärtstrend.
Die Inflationsängste haben sich nach der Veröffentlichung der Verbraucher- und Erzeugerpreisindizes der vergangenen Woche verstärkt, die beide die Analystenprognosen übertrafen. Die Schließung der Straße von Hormus hat gleichzeitig zu steigenden Energiekosten beigetragen.
Die am Mittwoch veröffentlichten Protokolle der Federal-Reserve-Sitzung ergaben, dass eine Mehrheit der Entscheidungsträger Zinserhöhungen unterstützen würde, sollte die Inflation dauerhaft über dem festgelegten Zielwert der Zentralbank bleiben.
Laut den CME-FedWatch-Tool-Werten vom Donnerstag schätzen Marktteilnehmer die Wahrscheinlichkeit auf 57 %, dass im Jahr 2026 mindestens eine Zinserhöhung erfolgt. Dies stellt eine dramatische Verschiebung gegenüber einem Monat zuvor dar, als diese Wahrscheinlichkeit bei absolut null lag.
Dimon gab auch Einblicke in JPMorgans strategische Nutzung von Künstlicher-Intelligenz-Technologie. Das Finanzinstitut hat KI-Funktionen bereits in der Risikobewertung, Betrugsprävention, Marketingkampagnen und Designprozessen integriert.
Er prognostizierte, dass JPMorgan die Rekrutierung von KI-Spezialisten in der kommenden Zeit erheblich steigern werde. Umgekehrt werde das Institut die Aufnahme konventioneller Bankfachleute in bestimmten Geschäftsbereichen reduzieren.
Diese Aussagen unterstreichen JPMorgans Engagement für den Ausbau seiner KI-Fähigkeiten und gleichzeitig die Wachsamkeit gegenüber den übergeordneten makroökonomischen Entwicklungen.
Der Beitrag Jamie Dimon Issues Recession Warning While JPMorgan Shifts Strategy Toward AI Hiring erschien zuerst auf Blockonomi.


