Mastercard (NYSE: MA) Aktien gingen leicht zurück, nachdem Berichte bekannt wurden, dass brasilianische Zahlungsabwickler Widerstand gegen die Bemühungen des globalen Kartennetzwerks leisten, Verluste im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch der Fintech-Einheit von Banco Master, Will Financeira, zu verteilen.
Der Streit hat sich zu einem der meistbeachteten rechtlichen und regulatorischen Konflikte im Zahlungssektor in Lateinamerika entwickelt und verdeutlicht das wachsende systemische Risiko in Brasiliens sich schnell entwickelndem Fintech-Ökosystem.
Der Druck begann, nachdem Mastercard die wichtigsten brasilianischen Acquirer, darunter Cielo, Rede, StoneCo und PagSeguro, um Unterstützung bat, um Verluste in Höhe von rund 5 Milliarden Reais (über 1 Milliarde USD) aus Kartentransaktionen zu absorbieren, die vor dem plötzlichen Scheitern von Will Financeira abgewickelt wurden.
Mastercard Incorporated, MA
Laut Branchenquellen hat Mastercard bereits etwa die Hälfte des Risikos erstattet, versucht nun jedoch, über eine vorgeschlagene Rückzahlungsstruktur zusätzliche Mittel zurückzugewinnen.
Gemäß Mastercards Vorschlag würden zurückerhaltene Gelder von Karteninhabern zunächst zur Erstattung an das Netzwerk verwendet, bevor sie an die Acquiring-Unternehmen verteilt werden. Diese Regelung stößt jedoch auf Widerstand bei lokalen Zahlungsabwicklern, die argumentieren, dass die Verantwortung im Rahmen des aktuellen brasilianischen Regulierungsrahmens nicht bei ihnen liegt.
Brasilianische Acquirer haben sich energisch gewehrt und bestehen darauf, dass sie für die strittigen Transaktionen nicht haftbar sind. Cielo, einer der größten Zahlungsabwickler des Landes, erklärte öffentlich, dass Acquirer in diesem Fall nicht für Verluste verantwortlich gemacht werden sollten, die mit dem Scheitern des Emittenten zusammenhängen.
Der Streit dreht sich um eine Zentralbankregulierung, die Zahlungsnetzwerken die volle Verantwortung für die Sicherstellung der Transaktionsabrechnung überträgt. Die Regel positioniert Netzwerke wie Mastercard effektiv als „Garanten letzter Instanz" für den Fall, dass ein ausgebendes Institut zusammenbricht. Mastercard argumentiert jedoch, dass die Regulierung nicht rückwirkend angewendet werden sollte, und weist darauf hin, dass Will Financeira im Januar scheiterte, während Unternehmen bis Mai Zeit erhielten, sich vollständig an den aktualisierten Rahmen anzupassen.
Der Konflikt hat Unsicherheit darüber geschaffen, wie die Haftung im brasilianischen Kartenzahlungssystem verteilt wird, insbesondere bei groß angelegten finanziellen Zusammenbrüchen mit Fintech-Emittenten.
Der breitere Hintergrund des Streits ist Brasiliens verschärftes regulatorisches Umfeld infolge von Bedenken über das, was die Behörden nun als einen der größten Bankbetrugs-Fälle des Landes vermuten könnten. Banco Master, die Muttergesellschaft von Will Financeira, steht Berichten zufolge im Rahmen der „Operation Compliance Zero" unter Untersuchung, die angebliche Verbindungen zu Geldwäschenetzwerken, Korruptionsplänen und Marktmanipulation aufgedeckt hat.
Brasiliens Finanzminister hatte zuvor gewarnt, dass der Fall ein historisches finanzielles Fehlverhaltens-Ereignis darstellen könnte, was die Prüfung sowohl inländischer Fintech-Operationen als auch internationaler Zahlungsnetzwerke im Land verstärkt.
Die Regeln der Zentralbank wurden ursprünglich entwickelt, um den Verbraucherschutz zu stärken und sicherzustellen, dass Endnutzer Gelder erhalten, auch wenn Finanzintermediäre scheitern. Die Verschiebung hat das Kreditrisiko jedoch effektiv auf globale Netzwerke wie Mastercard übertragen.
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