Die SAP-Aktie stieg am Freitag um 0,53 % und schloss bei €152,10 – eine kleine, aber technisch bedeutsame Bewegung. Sie überschritt damit erstmals seit mehreren Wochen wieder ihren 50-Tage-Durchschnitt.
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Der Auslöser war ein bedeutender Regierungsauftrag. SAP und Deutsche Telekom haben einen Auftrag zum Aufbau einer souveränen KI-Cloud-Plattform für die Bundes-, Landes- und Kommunalverwaltungen Deutschlands gewonnen. Der Auftrag wurde vom Bundesministerium für Digitalisierung und Staatsmodernisierung vergeben.
T-Systems ist der federführende Infrastruktur-Bieter. SAP fungiert als Technologiepartner und stellt seine Business-AI-Plattform sowie Expertise in Geschäftsprozessen, Datenmanagement und dem bereit, was das Unternehmen „vertrauenswürdige KI" nennt.
Das Ministerium hat €250 Millionen an inländischer KI-Rechenzentrumskapazität gebucht. Weder die Vertragslaufzeit noch die Aufteilung dieser Summe zwischen den Partnern wurde jedoch offengelegt. Für SAP, das als Technologiepartner und nicht als Hauptauftragnehmer agiert, ist die tatsächliche Umsatzauswirkung noch unklar.
Der Deal überstand rechtliche Anfechtungen. Sowohl Google als auch adesso legten Widerspruch ein, zogen diesen jedoch später zurück.
Der Regierungsauftrag ist kein Einzelfall. SAP hat KI in seine Kernproduktlinien integriert.
Der Automobilzulieferer Martur Fompak verarbeitet täglich 400 Produktionsliniendaten über SAP S/4HANA mit dem, was SAP als „verkörperte KI" bezeichnet. Ericsson hat SAPs autonome KI-Lösungen für seine Dateninfrastruktur übernommen. SAP und Cyberwave setzen außerdem KI-gesteuerte Roboter in einem Logistikzentrum ein.
Auf seiner Sapphire-Konferenz stellte SAP eine einheitliche KI-Plattform, neue autonome Business-Suiten und neue Partnerschaften mit Ericsson und dem Stadtrat von Madrid vor.
Databricks hat ebenfalls eine tiefere Integration mit SAP über SAP Business Data Cloud angekündigt, bei der semantische Metadaten und Governance-Tags in den Unity Catalog synchronisiert werden, um SAP-Daten KI-fähiger zu machen.
Die Analystenmeinungen zu SAP sind geteilt. Deutsche Bank, UBS, Jefferies und Berenberg bestätigten im Mai allesamt ihre Kaufempfehlungen mit Kurszielen zwischen €200 und €230. JP Morgan bleibt neutral. DZ Bank empfiehlt den Verkauf.
Die Spaltung spiegelt eine echte Spannung wider. SAPs Fundamentaldaten bleiben solide, aber der kurzfristige Weg zur Monetarisierung seiner KI-Investitionen ist noch nicht vollständig erkennbar.
Aus technischer Sicht gibt es Gründe zur Vorsicht. Die Aktie liegt weiterhin 44 % unter ihrem 52-Wochen-Hoch und ist in den vergangenen zwölf Monaten um 43 % gefallen. Der RSI erreichte nach einem Gewinn von 4,48 % in den vergangenen sieben Tagen 86,9 – ein überkauftes Niveau. Seit Jahresbeginn liegt SAP noch immer 24,70 % im Minus.
Das Unternehmen befindet sich zudem mitten in einem langfristigen Übergang von einem lizenzbasierten On-Premise-Modell zu einem SaaS- und Cloud-Modell. Eine Bewertungsanalyse auf Simply Wall St beziffert den fairen Wert der Aktie auf €246,79 – deutlich über dem aktuellen Kurs von €151,78 – doch diese Schätzung hängt von Annahmen über Umsatzwachstum und Margenausweitung ab.
Das entscheidende technische Niveau, das es zu beobachten gilt, ist, ob €152,10 als Unterstützung hält. Setzt sich der Schwung fort, liegt das nächste Ziel beim 100-Tage-Durchschnitt nahe €166.
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