SoFi Technologies treibt seine Krypto-Ambitionen tiefer in den Mainstream-Finanzbereich, indem es seinen bankausgegebenen Stablecoin, SoFiUSD, über seine Banking-App an fast 15 Millionen Kunden ausrollt – eines der deutlichsten Zeichen dafür, dass regulierte Kreditinstitute aggressiv in Blockchain-basierte Zahlungen vordringen.
Der Start erfolgt 3 Monate nachdem SoFi eine Partnerschaft mit BitGo eingegangen ist, um die zugrundeliegende Stablecoin-Infrastruktur und den operativen Rahmen für den Rollout von SoFiUSD bereitzustellen.
Der Fintech-Kreditgeber erklärte, dass Nutzer den Dollar-gedeckten Token kaufen, verkaufen und transferieren können, mit Plänen zur späteren Integration von renditetragenden Funktionen und tokenisierten Einlagen. Der Stablecoin läuft zunächst auf Ethereum und Solana und positioniert SoFi damit als eine der ersten US-Banken, die einen öffentlichen Blockchain-basierten digitalen Dollar direkt an Privatkunden anbietet.
„SoFiUSD konkurriert, indem es das bietet, was krypto-native Emittenten nicht können: das Vertrauen, die Sicherheit und die Aufsicht, die mit einer national zugelassenen Bank einhergeht", sagte der Unternehmenssprecher.
Bei der Einführung von SoFiUSD im Dezember 2025 sagte SoFi-CEO Anthony Noto:
„Die Menschen müssen nicht mehr zwischen der Blockchain-Technologie und regulierten Bankprodukten wählen."
Der Start erfolgt, während sich Washingtons regulatorische Haltung gegenüber Stablecoins nach der Verabschiedung des GENIUS Act im Jahr 2025 und dem Schwung hinter dem Clarity Act sowie umfassenderen Bemühungen zur Formalisierung von Regeln rund um tokenisierte Finanzen abschwächt.
Analysten sagen, dass die regulatorische Verschiebung den Wettbewerb zwischen Banken, Fintechs und Kryptounternehmen beschleunigt, die einen Anteil am schnell wachsenden Stablecoin-Markt anstreben, der weltweit inzwischen auf mehr als 300 Milliarden US-Dollar geschätzt wird.
SoFi hatte SoFiUSD zuvor für Unternehmensabrechnungen und Zahlungsinfrastruktur genutzt, aber die jüngste Erweiterung verwandelt den Token in ein verbraucherorientiertes Produkt, das in eine traditionelle Bankenplattform eingebettet ist. Das Unternehmen plant außerdem, Konvertierungen zwischen Stablecoins und zinsbringenden tokenisierten Einlagen sowie FDIC-versicherten Einlagen zu ermöglichen, wodurch die Grenze zwischen konventionellem Banking und Blockchain-nativem Finanzwesen verschwimmt.
Der Schritt spiegelt einen breiteren Branchendruck in Richtung tokenisierter Finanzen wider, wobei Institutionen Stablecoins zunehmend als Zahlungsschienen und nicht als spekulative Krypto-Assets behandeln. Standard Chartered hat kürzlich prognostiziert, dass tokenisierte Assets bis 2028 4 Billionen US-Dollar erreichen könnten, während Banken in ganz Europa ebenfalls Stablecoin-Konsortien aufbauen, um die Dominanz Dollar-gedeckter digitaler Währungen herauszufordern.
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