Acht Tage in Folge. So lange verzeichnen US-amerikanische Spot-Bitcoin-ETFs bereits Kapitalabflüsse, mit mehr als 2 Milliarden US-Dollar an Netto-Abflüssen seit dem 14.05. — und die Dienstagssitzung fügte dieser Serie ein weiteres düsteres Kapitel hinzu.
Ein einzelner Händler verkaufte am Dienstag über einen Dark Pool — eine private Handelsplattform, die von Institutionen genutzt wird, um große Aufträge abseits der öffentlichen Märkte still abzuwickeln — mehr als 29 Millionen Anteile des iShares Bitcoin Trust ETF von BlackRock.
Die Transaktion im Wert von 1,3 Milliarden US-Dollar wurde um 14:30 Uhr UTC zu einem Preis von 43,16 US-Dollar pro Anteil ausgeführt. Alex Thorn, Leiter der unternehmensweiten Forschung bei Galaxy Digital, bezeichnete es als den größten Dark-Pool-Handel in dem Fonds, den er je gesehen hatte.
Bloomberg-ETF-Analyst Eric Balchunas untermauerte diese Aussage zusätzlich und wies darauf hin, dass der Verkaufsauftrag mehr als 22-mal größer war als der zweitgrößte IBIT-Verkaufsauftrag, der am selben Tag verzeichnet wurde. Die Identität des Händlers wurde nicht bekannt gegeben.
Preisdaten von TradingView zeigen, dass Bitcoin innerhalb von 10 Minuten nach Ausführung des Handels um 1,45 % fiel — von 77.870 US-Dollar auf 76.721 US-Dollar. Der Rückgang hörte dort nicht auf. Bitcoin rutschte weiter ab und erreichte rund 12 Stunden später ein 24-Stunden-Tief von 75.600 US-Dollar, was einem Tagesverlust von 2,5 % entspricht.
Der gesamte Abfluss aus US-amerikanischen Spot-Bitcoin-ETFs am Dienstag belief sich auf 333 Millionen US-Dollar, wobei allein IBIT für über 192 Millionen US-Dollar davon verantwortlich war. Damit übersteigen die kumulierten Abflüsse seit dem 14.05. die Marke von 2 Milliarden US-Dollar.
Der Ausverkauf passt zu einem breiteren Muster des institutionellen Rückzugs. Jane Street reduzierte seine Bitcoin-ETF-Bestände im ersten Quartal um rund 70 %, während Goldman Sachs seine Position um 10 % verringerte.
Bitcoin wurde historisch gesehen außerhalb der Umlaufbahn der traditionellen Finanzmärkte gehandelt, aber der Aufstieg der US-amerikanischen Bitcoin-ETFs hat institutionelle Investoren hineingezogen — und jetzt streben einige den Ausstieg an.
Berichten zufolge reicht frisches, in den Markt fließendes Kapital nicht aus, um das Tempo der Abflüsse auszugleichen. Ob die massive Dark-Pool-Transaktion vom Dienstag einen Strategiewechsel eines großen Inhabers signalisiert oder lediglich eine einmalige Portfolio-Umschichtung darstellt, bleibt unbekannt.
Titelbild von Unsplash, Chart von TradingView


