Bitcoin kämpft darum, sich unter der Marke von 75.000 $ zu behaupten, da der Markt mit einer Unsicherheit konfrontiert ist, die lange genug angehalten hat, um grundlegende Fragen über die Natur der aktuellen Schwäche aufzuwerfen. Die Kursentwicklung ist frustrierend für Bullen, die von der Erholung gegenüber den Februar-Tiefs mehr erwartet hatten. XWIN Research Japan hat eine Analyse veröffentlicht, die den strukturellen Grund dafür identifiziert, warum die Erholung ins Stocken geraten ist – und zwar auf eine Weise, die weit über technischen Widerstand oder kurzfristige Stimmung hinausgeht.
Das wichtigste Marktthema seit Mai 2026 war eine Divergenz, die die meisten Marktteilnehmer bemerkt, aber weniger vollständig erklärt haben: Aktien befinden sich nahe an Hochs, während Bitcoin kämpft – obwohl beide als Risikoanlagen eingestuft werden, die sich theoretisch unter den gleichen Makrobedingungen in dieselbe Richtung bewegen sollten.
Die Erklärung von XWIN Research Japan für diese Divergenz ist struktureller und nicht zufälliger Natur. Die Triebkräfte hinter Aktienpreisen und Bitcoin-Preisen haben sich voneinander getrennt. Die heutige Kapitalentwicklung bei Aktien wird durch KI-gesteuerte Gewinnsteigerungen, Investitionsausgaben von Unternehmen wie NVIDIA, aggressive Aktienrückkaufprogramme und anhaltende ETF-Zuflüsse in Aktienprodukte gestützt. Investoren kaufen Aktien, weil zukünftiges Gewinnwachstum sichtbar, quantifizierbar und in Quartalsergebnissen nachweisbar ist.
Bitcoin hat weder Gewinne noch Cashflow. Sein Preis hängt von etwas völlig anderem ab – und dieses Etwas bewegt sich derzeit in die falsche Richtung.
Der Bericht von XWIN Research Japan identifiziert die Nachfrageverschlechterung anhand von Daten, die keine Unklarheit darüber lassen, was die Divergenz antreibt. Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten in der zweiten Maihälfte große Abflüsse – der institutionelle Nachfragekanal, der die zuverlässigste Quelle neuen Kapitals darstellte, hat genau dann die Richtung umgekehrt, wenn der Preis am dringendsten Unterstützung benötigt.
On-Chain Daten bestätigen dieselbe Geschichte aus einem anderen Blickwinkel: Aktive Adressen sinken, die Transaktionsaktivität nimmt ab und die Netzwerkbeteiligung verlangsamt sich. CryptoQuant zeigt, dass die Bitcoin Aktiven Adressen seit 2024 rückläufig sind, während der S&P 500 weiterhin neue Hochs erreicht.
Das Problem ist nicht nur Preisschwäche – es ist eine gleichzeitig nachlassende Netzwerkbeteiligung. In starken Bitcoin-Zyklen verstärken sich steigende Preise und wachsende Nutzeraktivität gegenseitig. Diese Dynamik läuft derzeit in umgekehrter Richtung.
Der strukturelle Kontrast zu Aktien definiert das Problem präzise. Aktien steigen, weil Unternehmen Gewinne erwirtschaften. Bitcoin steigt, wenn neue Liquidität und neue Teilnehmer in den Markt eintreten. Kapital fließt derzeit in erstere und weg von letzterem.
Die Erholungsbedingungen sind spezifisch. Bitcoin benötigt stärkere ETF-Zuflüsse, steigende On-Chain Aktivität, eine Verbesserung der Coinbase Premium und einen schwächeren Dollar. Allein die Stärke des Aktienmarktes erfüllt keine dieser Anforderungen. Die eigentliche Frage ist nicht, ob Aktien stark bleiben – sondern ob neue Nachfrage zu Bitcoin selbst zurückkehrt.
Bitcoin steht weiterhin unter Druck, mit einem Preis nahe 73.600 $, nachdem der Schwung der Mai-Rallye, die BTC kurzzeitig über 82.000 $ getrieben hatte, nachgelassen hat. Der Tageschart zeigt eine klare Ablehnung vom 200-Tage-Gleitenden Durchschnitt, der weiterhin oberhalb der 80.000-$-Marke liegt und die übergeordnete bärische Struktur definiert, die seit Ende 2025 besteht.
Der wichtigste Bereich im Chart ist die Unterstützungszone zwischen 72.000 $ und 74.000 $. Diese Region fungierte im März und April als Widerstandsstufe, bevor sie Mitte April nach oben durchbrochen wurde, und ist nun ein wichtiger ehemaliger Widerstandsbereich, der jetzt als Unterstützungsstufe getestet wird. Bitcoin versucht derzeit, diese Zone zu halten, während es direkt um seine 50-Tage- und 100-Tage-Gleitenden Durchschnitte handelt, was einen kritischen Entscheidungspunkt für den Markt schafft.
Das Volumen bleibt im Vergleich zum Kapitulationsereignis im Februar relativ gedämpft, was darauf hindeutet, dass trotz des jüngsten Rückgangs noch kein Panikverkauf eingesetzt hat. Käufer haben jedoch auch keine aggressive Akkumulation gezeigt, was den Markt anfällig für weitere Verluste macht, sollte die Unterstützungsstufe brechen.
Ein Tagesschluss unter 72.000 $ würde die aktuelle Struktur erheblich schwächen und die Februar-März-Nachfragezone um 65.000 $ freilegen. Umgekehrt könnte Bitcoin, wenn Bullen die aktuellen Niveaus erfolgreich verteidigen, eine weitere Erholung in Richtung 77.000 $ versuchen und schließlich die Widerstandszone von 80.000 $–82.000 $ erneut testen, wo Verkäufer zuletzt die Kontrolle zurückerlangt haben.
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