Von riesigen Solaranlagen in der saudischen Wüste bis hin zu Windparks an der Arabischen Meeresküste Omans sind ehrgeizige erneuerbare Energieprojekte zu einem wichtigen Pfeiler der Golfstaaten gewordenVon riesigen Solaranlagen in der saudischen Wüste bis hin zu Windparks an der Arabischen Meeresküste Omans sind ehrgeizige erneuerbare Energieprojekte zu einem wichtigen Pfeiler der Golfstaaten geworden

Saudi-Arabien überholt die VAE auf dem GCC-Weg zu erneuerbaren Energien

2026/06/02 11:36
4 Min. Lesezeit
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  • Ziel: 165 GW bis 2030
  • Bisher etwa 24 GW installiert
  • 61 Mrd. USD erforderlich, so eine Denkfabrik

Von riesigen Solaranlagen in der saudi-arabischen Wüste bis hin zu Windparks an der Arabischen Meeresküste Omans sind ehrgeizige Projekte im Bereich erneuerbare Energien zu einem Eckpfeiler der Wirtschaftspläne der Golfstaaten geworden.

Die sechs GCC-Mitgliedstaaten streben an, bis 2030 über 165 Gigawatt erneuerbarer Energie zu verfügen. Bisher haben sie etwa 24 GW installiert.

Um dieses Ziel für 2030 zu erreichen, wird der Block laut der US-amerikanischen Denkfabrik Baker Institute zusätzliche Investitionen in Höhe von schätzungsweise 61 Milliarden US-Dollar benötigen – zusätzlich zu den bereits zugesagten rund 38 Milliarden US-Dollar.

Die überwiegende Mehrheit der bestehenden und geplanten Projekte ist solarer Natur, während Windkraft nur einen kleinen Anteil an der Kapazität ausmacht.

Die Solarkapazität im GCC stieg laut der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien im vergangenen Jahr um 60 Prozent und machte damit 23 GW der gesamten 24 GW aus. Dies entspricht dem doppelten Spitzenstromverbrauch Dubais.

Saudi-Arabien steigerte seine Solarkapazität im vergangenen Jahr um 92 Prozent auf fast die Hälfte des GCC-Gesamtvolumens und überholte damit den langjährigen Vorreiter der Region, die VAE.

Riad verfügt über eine Reihe von Mammutprojekten, darunter das Solarprojekt Shuaibah 2, die Solaranlage Sudair und den Windpark Dumat Al Jandal.

Im Rahmen von Vision 2030 strebt Saudi-Arabien an, 50 Prozent seines Stroms aus erneuerbaren Energien zu beziehen und in den nächsten vier Jahren 100–130 GW zu installieren.

Doch das Tempo des Wandels variiert in der Region, und Analysten stellen in Frage, ob Länder, die sich schnell ausweiten, diesen Schwung aufrechterhalten können.

„Der GCC bewegt sich schneller als noch vor fünf Jahren, aber der Fortschritt ist ungleichmäßig", sagte Nishant Kumar, Analyst für erneuerbare Energien und Strom für Europa, den Nahen Osten und Afrika bei Rystad Energy.

„Die VAE, Saudi-Arabien, Oman und Katar haben die klarsten kurzfristigen Lieferpfade für erneuerbare Energien. Saudi-Arabien ist der bedeutendste Markt und beschleunigt stark, aber sein 2030-Ziel ist so groß, dass das Lieferrisiko hoch bleibt."

Die VAE hingegen preschen mit dem „stärksten Liefernachweis" voran, so Kumar.

„Während die VAE bis 2050 einen Anteil erneuerbarer Energien von 44 Prozent anstreben, deuten unsere Prognosen darauf hin, dass dieses Ziel bereits bis 2040 erreicht werden könnte – weit vor dem geplanten Zeitplan."

Auch andere nahöstliche Länder wie Ägypten verfolgen Solar- und Windprojekte.

Die Ziele für erneuerbare Energien, zu denen auch die entstehenden Batteriespeicherindustrien gehören, werden zusammen mit Kohlenstoffabscheidung und -speicherung, Kernenergie und CO₂-Zertifikaten einen wichtigen Beitrag zu den Netto-Null-Zielen der GCC-Staaten leisten.

Die GCC-Länder beabsichtigen außerdem, weiterhin große Mengen fossiler Brennstoffe zu exportieren – und der Ausbau ihrer Kapazitäten für erneuerbare Energien setzt mehr Kohlenwasserstoffe für den Export frei.

Die VAE und Oman streben an, bis 2050 Netto-Null zu erreichen, während Saudi-Arabien, Kuwait und Bahrain das Jahr 2060 anvisieren. Katar hat keinen festen Zeitplan.

Weiterführende Lektüre:

  • Hormuz wird keine erneuerbare Revolution auslösen, sagen Experten
  • Einblick der Redaktion: Der Golf braucht CO₂-Steuern, um Netto-Null zu erreichen
  • Meinung: Die andere Energiekrise am Golf

Kuwait bleibt laut Kumar das Schlusslicht der Region.

Das Land „strebt bis 2030 eine erneuerbare Stromerzeugung von 15 Prozent oder eine Kapazität von 4,5 GW an. Die erneuerbare Kapazität liegt jedoch im Jahr 2025 bei nur etwa 114 MW, und da bisher kaum erneuerbare Projekte vergeben wurden, könnte Kuwait das Ziel möglicherweise nicht erreichen."

Der Iran-Krieg wird den Investitionen in erneuerbare Energien im Nahen Osten in der unmittelbaren Zukunft voraussichtlich keinen zusätzlichen Schub verleihen – anders als im Rest der Welt, so Analysten.

Dies liegt zum Teil daran, dass die Pipelines bereits so groß sind und Kohlenwasserstoffe nach wie vor ein zentraler Bestandteil ihrer Wirtschaft sind.

Die Kosten für die Reparatur der durch Raketen- und Drohnenangriffe beschädigten Energieinfrastruktur dürften zudem die für Auslandsinvestitionen verfügbaren Mittel reduzieren, zu denen auch Projekte im Bereich erneuerbare Energien gehörten.

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