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CFTC gibt 27 Jahre alte „No-Deny"-Richtlinie auf und gewährt Beklagten das Recht, Vorwürfe in Vergleichen anzufechten

2026/06/04 11:10
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CFTC gibt 27 Jahre alte „No-Deny"-Politik auf und gewährt Beklagten das Recht, Vorwürfe in Vergleichen anzufechten

Die U.S. Commodity Futures Trading Commission (CFTC) hat ihre langjährige „No-Deny"-Politik offiziell beendet – eine Regelung, die Beklagte bisher verpflichtete, die Vorwürfe der Behörde als Bedingung für eine Einigung in Durchsetzungsverfahren nicht öffentlich zu bestreiten. Die Änderung, die von CFTC-Vorsitzendem Mike Selig angekündigt wurde, markiert einen bedeutenden Wandel in der Herangehensweise der Behörde an regulatorische Vergleiche und bringt ihre Praktiken stärker in Einklang mit anderen Bundesbehörden.

Was war die „No-Deny"-Politik?

Die 1998 eingeführte „No-Deny"-Politik der CFTC schrieb vor, dass jede Partei, die sich mit der Behörde einigt, zustimmen muss, die von der CFTC erhobenen Vorwürfe nicht öffentlich zu widersprechen. In der Praxis bedeutete dies, dass Unternehmen und Einzelpersonen Fälle beilegen konnten, ohne Schuld einzugestehen oder zu bestreiten, jedoch daran gehindert wurden, Erklärungen abzugeben, die die Version der Behörde in Frage stellten. Die Politik war von Rechtsexperten und Branchenbeobachtern dafür kritisiert worden, dass sie Beklagte faktisch zum Schweigen brachte und die öffentliche Rechenschaftspflicht einschränkte.

Warum die CFTC den Kurs geändert hat

Vorsitzender Selig erläuterte, dass die Politik seit fast 30 Jahren in Kraft war und ihre Abschaffung notwendig sei, um die CFTC mit den regulatorischen Ansätzen anderer Behörden wie der U.S. Börsenaufsichtbehörde SEC und dem Justizministerium in Einklang zu bringen. „Die No-Deny-Bestimmung stand nicht im Einklang mit modernen Durchsetzungspraktiken", sagte Selig in einer Erklärung. „Diese Änderung wird mehr Flexibilität bei der Beilegung von Durchsetzungsmaßnahmen bieten und gleichzeitig Täter zur Rechenschaft ziehen."

Die CFTC stellte klar, dass sie die No-Deny-Bestimmung zwar in bestehenden oder künftigen Vergleichsvereinbarungen nicht mehr durchsetzen wird, in bestimmten Fällen jedoch weiterhin von Beklagten verlangen kann, bestimmte Tatsachen oder rechtliche Verantwortlichkeiten anzuerkennen, insbesondere in Fällen, die Betrug oder erheblichen Schaden für die Öffentlichkeit beinhalten.

Auswirkungen auf Durchsetzung und Transparenz

Es wird erwartet, dass der Politikwechsel mehrere praktische Auswirkungen haben wird. Beklagte können nun öffentlich ihre Positionen verteidigen, was möglicherweise zu einer differenzierteren öffentlichen Diskussion über Durchsetzungsmaßnahmen führt. Für die CFTC könnte die Änderung mehr Parteien zur Einigung ermutigen, da sie wissen, dass sie das Recht behalten, offen über die Vorwürfe zu sprechen. Kritiker warnen jedoch, dass es die abschreckende Wirkung von Durchsetzungsmaßnahmen untergraben und Verwirrung über die Tatsachengrundlage von Fällen schaffen könnte, wenn Beklagte nach einer Einigung Vorwürfe bestreiten dürfen.

Rechtsanalysten stellen fest, dass der Schritt der CFTC einem breiteren Trend unter US-Regulierungsbehörden hin zu mehr Transparenz bei Vergleichsverfahren folgt. Die U.S. Börsenaufsichtbehörde SEC beispielsweise hat in den letzten Jahren ihre eigenen Vergleichsrichtlinien überarbeitet, um eine stärkere öffentliche Anerkennung von Streitigkeiten zu ermöglichen.

Fazit

Die Entscheidung der CFTC, die „No-Deny"-Politik abzuschaffen, stellt eine bedeutende Entwicklung in der regulatorischen Durchsetzung dar. Indem sie Beklagten das Recht gibt, Vorwürfe öffentlich anzufechten, erkennt die Behörde die Bedeutung eines offenen Dialogs an und orientiert sich an modernen Standards der Fairness. Für Marktteilnehmer und Rechtsexperten signalisiert die Änderung einen ausgewogeneren Ansatz bei Vergleichen – einen, der Transparenz priorisiert, ohne auf Rechenschaftspflicht zu verzichten.

FAQs

F1: Was genau schrieb die „No-Deny"-Politik der CFTC vor?
Sie verpflichtete Beklagte, die sich mit der CFTC einigten, zuzustimmen, die von der Behörde erhobenen Vorwürfe nicht öffentlich zu leugnen oder zu widersprechen, und hinderte sie damit effektiv daran, die Version der CFTC zu bestreiten.

F2: Gilt die Politikänderung rückwirkend für bestehende Vergleiche?
Ja. Die CFTC erklärte, dass sie die No-Deny-Bestimmung in bestehenden Vereinbarungen nicht mehr durchsetzen wird, was bedeutet, dass frühere Beklagte nun frei sind, ihre Fälle öffentlich zu besprechen, ohne gegen Vergleichsbedingungen zu verstoßen.

F3: Wird die CFTC in einigen Fällen weiterhin Schuldeingeständnisse verlangen?
Ja. Die Behörde kann in bestimmten Fällen weiterhin von Beklagten verlangen, bestimmte Tatsachen oder rechtliche Verantwortlichkeiten anzuerkennen, insbesondere in Fällen mit schwerem Fehlverhalten oder öffentlichem Schaden.

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