Der in Ungnade gefallene ehemalige Abgeordnete George Santos (R-NY) wird nun beschuldigt, Drohungen gegen einen Reporter ausgesprochen zu haben, der die Geschichte publik machte, dass er beim Justizministerium wegen Insider-Handels unter Ermittlung steht.
Der Vorwurf lautet, dass Santos öffentlich ankündigte, er werde an Präsident Donald Trumps jüngster Rede zur Lage der Nation teilnehmen, dann jedoch auf der Glücksspielplattform Kalshi eine große Wette darauf platzierte, dass er nicht erscheinen würde – und letztendlich auch nicht erschien. Kalshi fror Santos' Konten ein, nachdem verdächtige Trades entdeckt wurden, und leitete die Angelegenheit an das DOJ und die Commodity Futures Trading Commission weiter, die die Trump-Administration als bevorzugte Regulierungsbehörde für sogenannte „Prediction Markets" einsetzt.

Laut Bobby Allyn von NPR kontaktierte er Santos während seiner Recherche per E-Mail um einen Kommentar und erhielt eine Antwort von einer gesperrten Nummer, woraufhin die Situation aggressiv wurde.
„Meine Anwälte haben den ganzen Tag beim Justizministerium angerufen, und sie können keine Ermittlung finden", sagte Santos zu ihm.
Anschließend verweigerte er seine Zustimmung zur Aufzeichnung des Gesprächs und warnte Allyn, dass „diese Geschichte dir eine Waffe ins Gesicht bringen wird" – was Allyn als Bedrohung seines Lebens interpretierte.
Santos, der 2022 in den Kongress gewählt wurde, wurde fast sofort zum Mittelpunkt von Kontroversen, nachdem bekannt wurde, dass er seine gesamte Wahlkampfbiografie erfunden hatte – von seiner ethnischen Herkunft bis hin zu seiner Ausbildung. Anschließend geriet er wegen Unregelmäßigkeiten bei der Wahlkampffinanzierung und des betrügerischen Einsatzes der Kreditkarten seiner Wahlkampfspender sowie weiterer Finanzdelikte unter Bundesermittlung.
Er wurde Ende 2023 mit einer überwältigenden parteiübergreifenden Abstimmung aus dem Repräsentantenhaus ausgeschlossen.


