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Auf dem Höhepunkt der COVID-19-Pandemie und während der Machtblüte des ehemaligen Präsidenten Rodrigo Duterte bekam ich die Schläge seiner Trolle zu spüren.
Am 14.05.2019 wurde gegen unsere Rappler-CEO Maria Ressa und den ehemaligen Researcher Reynaldo Santos Jr. vor dem Manila Regional Trial Court Anklage wegen Verleumdung erhoben. Ich erinnere mich noch genau an meinen Facebook-Post von diesem Tag. Ich schrieb: „A dark day for Philippine press." (TIMELINE: Rappler's cyber libel case)
Kaum hatte ich auf „Posten" gedrückt, begann mein Albtraum. Die „Antwort", die den Startschuss für eine Reihe von Angriffen gab, lautete: „Was redest du da von einem dark day, ihr seid doch alles Presstitutes."
Das erste Mal, dass mich die Peitsche der Trolle traf. Die Angriffshunde der DDS-Gruppe rissen mich in Stücke. An jenem Tag hatte ich Fieber. Über einen Monat lang mied ich Facebook.
Ich erzähle das, weil mir die Situation von Senator Alan Peter Cayetano in den Sinn kam.
Es ist schwer, Politiker zu sein.
Ich sage das als einfacher Zuschauer oder gewöhnlicher Beobachter der Gesellschaft.
Meiner Meinung nach braucht man in dieser Branche folgende Eigenschaften: einen starken Magen, einen kühlen Kopf, Mut, viel Geduld und Ausdauer.
Was mich betrifft – ich konnte es nicht ertragen. Dabei war es nur ein einziger Kommentar auf meinen Post.
Auf Alan Peters Facebook-Seite und in dem Feed, den ihm die Algorithmen zusenden, gibt es wohl viele Schläge. Bei solch heftigen Angriffen würden Schwächere einknicken.
Aber Alan Peter ist von anderem Schlag. Es scheint, als wäre er dadurch sogar noch redsamer geworden.
Je vernünftiger und berechtigter die Argumente gegen ihn sind, desto fester hält er am Titel des Senatspräsidenten fest. Da fiel mir, dem einfachen Zuschauer, ein, dass wohl auch eine dicke Haut zu den Eigenschaften eines Politikers gehört.
Ich las in einem Social-Media-Post, dass man aufgrund der Häufigkeit, mit der Senator Cayetano Facebook Live macht, meinen könnte, er sei ein Händler auf FB. Er erinnert an jene redselige Verkäufer, die einen unbedingt zum Kauf überreden wollen.
Ein älterer Bekannter aus unserem Stammtisch sagte, er bekomme schon eine Gänsehaut bei der Stimme von Senator Cayetano, weil er so oft in den Nachrichten auftauche. Ich dachte mir, so stark ist Alan Peter – selbst ältere Menschen mit schlechtem Gehör wollen sich die Ohren zuhalten, wenn sie ihn sehen.
Doch der Klügste in unserer Gruppe der Möchtegern-Experten warnte: Lasst euch nicht täuschen. Cayetano verfolgt andere Absichten. Derjenige, den wir „Henyo" nennen, meinte, Cayetanos eigentliches Ziel könnte es sein, den Amtsenthebungsprozess gegen Vizepräsidentin Sara Duterte im Senat zu sabotieren, wenn nicht gar zu stoppen.
Daher, auf Englisch beharrend, sagte Henyo: „Eyes on the ball." Lasst euch nicht ablenken.
Moment, einen Augenblick. Bevor ich es vergesse, möchte ich kurz auf Senator Rodante Marcoleta zurückkommen. Ich war letzte Woche außer mir, als ich seinen Vorwurf las, dass die meisten Personen in den Nachrichtenmedien angeblich bezahlt seien.
Einige Stunden nachdem er dies gesagt hatte, entschuldigte er sich und erklärte, er habe es gesagt, weil sein Name in den Berichten der Zeitungen Inquirer und Philippine Star über die große Rallye der Iglesia ni Cristo auf dem Luneta im Januar 2025 nicht einmal erwähnt worden sei.
Marcoleta sagte: „I was the only one among the four speakers who provided the context in that rally." Er habe angeblich 45 Minuten gesprochen, aber die beiden von ihm genannten Zeitungen hätten dies nicht einmal erwähnt. „Nicht mal meine Initialen. Als wäre ich gar nicht dort gewesen."
In seiner Argumentation sagte Marcoleta auch, die Presse sei die einzige Institution, bei der „niemand eure Rechte einschränkt."
Zunächst möchte ich auf die Aussage über die fehlende Einschränkung eingehen, die Senator Marcoleta, ein Anwalt, gemacht hat. Genauer gesagt steht in Artikel III, Abschnitt 4 der Verfassung – der Bill of Rights: „No law shall be passed abridging the freedom of speech, of expression, or of the press…."
Meinem Verständnis nach darf kein Gesetz erlassen werden, das die Pressefreiheit einschränkt. Aber es gibt Wege, Medienmissbrauch zur Rechenschaft zu ziehen, und einer davon ist eine Verleumdungsklage.
Was die Frage betrifft, dass er bei den beiden Zeitungen nicht anerkannt oder erwähnt wurde, als er bei der INC-Rallye sprach, möchte ich einige Absätze aus dem Buch The Elements of Journalism von Bill Kovach und Tom Rosenstiel zitieren.
Die beiden erfahrenen amerikanischen Journalisten sagen: „What is news? Given the limits of space, time, and resources, what is important and what isn't, what is to be left in and what is to be left out? And in the age of internet infinity, who is to say? These questions inform the eighth principle citizens require from their press: Journalism should make the news comprehensive and keep it in proportion."
Mit anderen Worten: Nach der Recherche ist es die Aufgabe der Journalisten, zu analysieren, abzuwägen und zu beurteilen, was es wert ist, für die Öffentlichkeit geschrieben oder berichtet zu werden. Dies tun Journalisten im Einklang mit dem eigentlichen Ziel des Journalismus. Wie Kovach und Rosenstiel sagen: „The primary purpose of journalism is to provide citizens with the information they need to be free and self-governing."
Vielleicht war für Sie, Senator Marcoleta, der Inhalt Ihrer 45-minütigen Rede bei der Rallye äußerst wichtig. Aber weil die Medien das Geschehen aus einer breiteren Perspektive sehen – das sogenannte „bigger picture" – kann ihre Beurteilung anders ausfallen.
Wegen einer so kleinen Sache, die Sie seit über einem Jahr in sich tragen, sagen Sie sofort „die meisten Medien sind gekauft"? Na ja! – Rappler.com
Chito de la Vega ist Tambay bei Rappler, zweimal im Monat. Er ist auch einer der Anchor-Hosts des Programms Balita Kwento Serbisyo auf DZME 1530.


