Apple hat offiziell bestätigt, dass sein fortschrittlichstes KI-Modell auf Nvidia-Chips läuft — doch die Marktreaktion fiel recht verhalten aus, und dafür gibt es einen Grund.
Die Nvidia-Aktie stieg am Dienstag vorbörslich um rund 0,9 % auf 210,44 $, nachdem die Nachricht beim jährlichen WWDC-Event von Apple am Montag bekannt wurde.
NVIDIA Corporation, NVDA
Das betreffende Modell heißt Apple Foundation Model Cloud Pro oder AFM Cloud Pro. Apples KI-Manager Amar Subramanya beschrieb es als vergleichbar mit Googles Gemini-Frontier-Modellen.
Es läuft in der Cloud auf Nvidia-GPUs — aber hier liegt der Haken. Apple kauft diese Chips nicht direkt bei Nvidia. Stattdessen greift Apple über Google Cloud darauf zu, als Teil von Apples Private Cloud Compute-Infrastruktur.
Diese Vereinbarung erklärt wahrscheinlich die gedämpfte Aktienreaktion. Der Deal dürfte sich zumindest nicht sofort in größeren neuen Chipbestellungen für Nvidia niederschlagen.
Apples Software-VP Sebastian Marineau-Mes sagte, Apple habe ausdrücklich Nvidias neueste Chips gewollt, diese aber in einer privateren Konfiguration benötigt — einer, bei der die Chips nicht lesen können, was sich auf den Servern befindet.
Eine neue Nvidia-Entwicklung namens „ambiguous confidential compute" lieferte Apple und Google die technische Grundlage, die sie benötigten, um ein System zu bauen, das Apples Datenschutzstandards erfüllt.
Apple-Software-SVP Craig Federighi stellte klar, dass Apple Intelligence Apples eigene Modelle verwendet — nicht Googles Standard-Gemini, wie viele angenommen hatten. Googles Technologie wurde verwendet, um Apples eigene Modelle zu trainieren, nicht um sie zu ersetzen.
„Diese vier Modelle… wurden speziell für Apple Silicon entwickelt, mit proprietären Daten durch Reinforcement Learning trainiert und mithilfe der Ausgaben von Gemini-Frontier-Modellen verfeinert", sagte Subramanya.
Apple und Google hatten im Januar bereits eine umfassendere Partnerschaft angekündigt. Die WWDC-Keynote am Montag war das erste Mal, dass Apple Nvidias Beteiligung offiziell bestätigte.
Apple hat den milliardenschweren KI-Infrastrukturausbau, den seine Konkurrenten verfolgen, bewusst vermieden. Federighi stichelte während der Keynote subtil gegen diesen Ansatz.
Apples Ansatz ist datenschutzorientierte KI: Modelle, die nach Möglichkeit lokal laufen und nur bei Bedarf die Cloud nutzen, wobei persönliche Daten wie Kalendereinträge und Nachrichten zur Personalisierung von Antworten verwendet werden.
Für Nvidia ist es dennoch ein Gewinn, Apple als Kunden zu gewinnen — auch wenn indirekt. Es bestätigt Nvidias Chips als bevorzugte Hardware für KI-Workloads, auch wenn die Konkurrenz von Intel, AMD und Herstellern von kundenspezifischem Silizium wächst.
Die Nvidia-Aktie stieg am Tag um 1,73 %. Apple schloss 1,89 % im Minus.
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