Chinas KI-Boom erreicht Millionen von Menschen, kürzt aber auch Arbeitsplätze und befeuert die Spannungen mit den Vereinigten Staaten.
China hat die Vereinigten Staaten beim Einsatz von KI-Tools im Alltag überholt, so Führungskräfte und Investoren der Technologiebranche, die diese Woche in Shenzhen zusammengekommen sind.

Doch dieselben Stimmen schlagen Alarm wegen überzogener Bewertungen chinesischer Unternehmen, auch wenn sie die Fortschritte des Landes vor Ort loben.
Chi Zhang, Geschäftsführer der Bankabteilung der Alibaba Cloud Intelligence Group, äußerte sich am Donnerstag beim 2026 HKEX Future Tech Summit in Shenzhen.
Er führte Chinas aktuelle Wirtschaftslage und seinen großen Pool an Ingenieuren und Unternehmern als Faktoren an, die dem Land eine starke Grundlage bieten, um KI-Produkte zu echten Verbrauchern zu bringen.
Doch die Vorteile sind nicht ohne Unannehmlichkeiten.
KI verändert subtil, wie Unternehmen in chinesischen Büros und Vorstandsetagen Mitarbeiter rekrutieren und verwalten.
Teams verändern sich, es werden weniger Absolventen eingestellt, und manche Stellen werden abrupt gestrichen.
Arbeitnehmer und Auftragnehmer behaupten, dass KI nun Aufgaben übernimmt, die bisher von Menschen ausgeführt wurden.
Unternehmen priorisieren Kostensenkung und Effizienz gegenüber dem Erhalt großer Belegschaften. Das wirft eine schwierige Frage auf: Kann China KI weiterentwickeln und gleichzeitig die Beschäftigungsstabilität aufrechterhalten?
Anders als frühere Automatisierungswellen, die hauptsächlich Fabrikarbeit ersetzten, übernimmt KI nun Aufgaben, die früher von Analysten, Autoren, Assistenten und anderen Büroangestellten erledigt wurden.
Für Unternehmen, die intensivem Wettbewerb und geringen Margen ausgesetzt sind, ist es oft die günstigere Option.
Die Auswirkungen auf die Beschäftigten lassen sich jedoch immer schwerer ignorieren.
Während KI-Anwendungen sich in chinesischen Unternehmen ausbreiten, geraten die größten Technologiekonzerne des Landes erneut unter Druck aus den Vereinigten Staaten.
In diesem Monat hat das US-Verteidigungsministerium Alibaba Group Holding, Baidu und den Elektrofahrzeughersteller BYD in seine sogenannte „1260H"-Liste aufgenommen, eine Liste von Unternehmen, die das Pentagon als mit dem chinesischen Militär verbunden bezeichnet.
Die aktualisierte Liste umfasst nun 188 Unternehmen.
Dieser Schritt erfolgte nur wenige Wochen nach einem Gipfeltreffen der Präsidenten Donald Trump und Xi Jinping in Peking, das die Rivalität zwischen den beiden Ländern in Technologiefragen nicht abkühlen konnte.
Während die Aufnahme in die Liste normale Geschäftsaktivitäten nicht sofort blockiert, versetzt sie US-Investoren in Alarmbereitschaft und könnte auf bevorstehende Beschränkungen oder sogar Bemühungen hinweisen, die Unternehmen von amerikanischen Börsen auszulisten.
Der Schritt des Pentagons folgt auf eine Anordnung des Kongresses aus dem Jahr 2021, die darauf abzielt, Chinas Strategie der „militärisch-zivilen Fusion" entgegenzuwirken.
Diese Strategie zielt darauf ab, die Grenzen zwischen Chinas ziviler Technologieindustrie und seinen Militäroperationen zu verwischen.
Einem Bericht des US-Außenministeriums vom August 2025 zufolge nutzt China diesen Ansatz, um über Investitionen, akademische Partnerschaften, Joint Ventures und die Rekrutierung qualifizierter Talente aus dem Ausland Zugang zu ausländischer Technologie zu erlangen.
Die Rivalität zwischen den beiden Ländern hat sich inzwischen über Handel und Investitionen hinaus ausgeweitet und zeigt sich auch im Online-Bereich.
Zwei Gruppen von ChatGPT-Konten, die OpenAI zufolge aus China stammten und für Einflusskampagnen gegen amerikanische Zielgruppen genutzt wurden, sind abgeschaltet worden.
Die erste Gruppe wurde vom Unternehmen als „Data Center Bandwagon"-Kampagne bezeichnet.
Diese Operation produzierte Social-Media-Beiträge und Bilder, die argumentierten, dass der Bau von Rechenzentren in den Vereinigten Staaten die Stromrechnungen normaler Familien in die Höhe treibe.
Die zweite Kampagne konzentrierte sich auf die Kritik an US-Zöllen und stellte diese als Versuch Washingtons dar, sich einen Vorteil im globalen Technologiewettbewerb zu verschaffen.
Interessanterweise wiesen die zur Inhaltsgenerierung verwendeten Prompts die KI ausdrücklich an, Chinas Staatschef Xi Jinping nicht zu erwähnen.
Stattdessen sollte nur Präsident Trump in den Beiträgen erscheinen.
OpenAI erklärte, die Aktion sei bemerkenswert, weil sie gezielt Diskussionen rund um seine Plattform und große US-Rechenzentrum-Projekte ins Visier nahm.
Dem Unternehmen zufolge schien es sich um einen Versuch ausländischer Akteure zu handeln, die Debatte über Amerikas technologische Zukunft zu beeinflussen, während sie sowohl ihre Identität als auch ihre Motive verbargen.
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