Bitcoin hat in den vergangenen Tagen eine starke Erholung gezeigt und konnte vom Tief bei rund 60.000 US-Dollar zeitweise um mehr als 10 % auf rund 66.000 US-Dollar zulegen. Auslöser der Bewegung waren vor allem neue Hoffnungen auf eine Entspannung im Nahen Osten. Berichten zufolge könnten die USA und der Iran bereits am 19. Juni ein Friedensabkommen unterzeichnen. Auch wenn bisher noch keine endgültige Einigung vorliegt, reagieren die Finanzmärkte bereits deutlich positiv auf die Aussicht einer möglichen Deeskalation.
Die Auswirkungen zeigen sich nicht nur bei Bitcoin. Auch der Ölpreis geriet zuletzt unter Druck. Ein fallender Ölpreis könnte wiederum die Inflationssorgen der vergangenen Wochen etwas entschärfen. Diese Sorgen hatten zuletzt dazu beigetragen, dass Anleger vorsichtiger wurden und Risikoanlagen unter Druck gerieten. Entsprechend verbessert sich nun auch die Stimmung an den Finanzmärkten wieder spürbar. Zwar ist das Thema noch nicht vollständig vom Tisch, dennoch reicht die Aussicht auf eine mögliche Einigung aktuell aus, um wieder Zuversicht in den Markt zu bringen.
Aus charttechnischer Sicht bleibt vor allem die Verteidigung der 60.000-US-Dollar-Marke wichtig. Dieser Bereich hatte bereits zuvor als zentrale Unterstützung fungiert und konnte auch während der jüngsten Unsicherheit gehalten werden. Die anschließende Erholung zeigt, dass in diesem Bereich weiterhin Kaufinteresse vorhanden ist.
Trotz der positiven Kursentwicklung gibt es jedoch einen Punkt, den Anleger im Auge behalten sollten. Die aktuellen Orderflow-Daten zeigen derzeit eine deutliche Diskrepanz zwischen Spot-Volumen und Derivate-Volumen. Ein Großteil der jüngsten Bewegung wird aktuell vom Derivatemarkt getragen. Das bedeutet, dass viele kurzfristig orientierte Trader auf steigende Kurse setzen und weniger langfristiges Kapital in den Markt fließt.
Hier liegt kurzfristig das Risiko. Steigende Kurse, die überwiegend durch den Derivatemarkt getrieben werden, gelten in der Regel als weniger nachhaltig als Bewegungen, die von einer starken Spot-Nachfrage begleitet werden. Sollte sich dieser Abstand zwischen Spot- und Derivate-Volumen weiter vergrößern, könnte die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Korrektur zunehmen.
Bitcoin-Kurs: Order-Flow-Daten
Gleichzeitig besteht aber auch die Möglichkeit, dass in den kommenden Tagen wieder mehr Kapital in den Spotmarkt fließt. Sollte die positive Nachrichtenlage rund um den Iran-Konflikt anhalten und die Nachfrage am Kassamarkt zunehmen, könnte der Bitcoin-Kurs die Marke von 70.000 US-Dollar wieder ins Visier nehmen. Dieser Bereich bleibt für viele Anleger die nächste wichtige Hürde.
Zusätzliche Aufmerksamkeit dürfte in dieser Woche auch die US-Notenbank erhalten. Bereits am Mittwoch steht die nächste Zinsentscheidung der Federal Reserve an. Spannend dürfte jedoch vor allem die anschließende Pressekonferenz werden. Dort werden Anleger genau darauf achten, wie die Fed die aktuelle wirtschaftliche Lage, die Inflationsentwicklung und die weiteren geldpolitischen Aussichten einschätzt.
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