NEU-DELHI, 21. Juni — Indiens 2,2 Millionen angehende Medizinstudenten legen heute unter strenger Sicherheitsvorkehrungen eine Nachprüfung ab, nachdem der letzte Test nach einem Prüfungsleeck, der weitverbreitete Empörung auslöste, abgesagt wurde.
Das Scheitern der äußerst wettbewerbsintensiven Prüfung sowie ein separater Bewertungsskandal bei Oberschultests löste einen öffentlichen Aufschrei aus und befeuerte Jugendproteste, die den Rücktritt des Bildungsministers forderten.
Die Behörden geben an, mehr als 200.000 Beamte, darunter Polizisten, eingesetzt und die Telegram-Messaging-App eingeschränkt zu haben.
Die National Testing Agency (NTA) erklärte, sie habe einen „mehrschichtigen Sicherheitsrahmen eingerichtet, um eine faire und transparente Prüfung zu gewährleisten".
Dazu gehören biometrische Authentifizierung, KI-gestützte Kameraüberwachung und GPS-Verfolgung der Prüfungsbögen, hieß es.
Die Prüfung ist für 14:00 Uhr Ortszeit (08:30 GMT) angesetzt.
Der National Eligibility cum Entrance Test (NEET), das Tor zu Indiens medizinischen Hochschulen, wird jährlich von Millionen von Kandidaten abgelegt, die um etwas mehr als 100.000 Studienplätze im Grundstudium konkurrieren.
Der intensive Wettbewerb hat eine riesige Nachhilfeindustrie befeuert und Möglichkeiten für organisierte kriminelle Netzwerke geschaffen, die von Prüfungslecks und Betrugsverhalten bei Prüfungen profitieren wollen.
Der Leak löste eine Gegenreaktion von Studenten und Eltern aus, nachdem die Prüfung des letzten Monats abgesagt wurde, wobei indische Medien über Selbstmorde einiger Teenager berichteten.
Das Zentrale Ermittlungsbüro Indiens hat den mutmaßlichen Drahtzieher hinter dem Leak verhaftet und ihn als Chemielehrer identifiziert.
Die NTA erklärte, dass Messaging-Apps „von Betrugsringen genutzt wurden, um Kandidaten zu betrügen", indem geleakte Fragen geteilt wurden.
Telegram-Chef Pavel Durov sagte, das einwöchige Verbot werde nicht funktionieren, und argumentierte, dass die „Lecks einfach zu anderen Apps gewandert sind" und dass das Problem die „Insider seien, die das Prüfungsmaterial geleakt haben".
Die Kontroverse kam zu einem weiteren Streit über das Online-Bewertungssystem hinzu, das für Tests von fast zwei Millionen Oberschülern verwendet wurde, wobei viele fehlerhafte Noten oder falsch zugeordnete Ergebnisse beklagten.
Die öffentliche Empörung hat auch den Aufstieg der satirischen „Kakerlaken-Volkspartei" befeuert, die seit ihrer Gründung im Mai Millionen von Anhängern gewonnen hat und den Rücktritt von Bildungsminister Dharmendra Pradhan fordert. — AFP

