In den Anfangsjahren des Russland-Ukraine-Krieges zeigten sich die europäischen Staaten ukrainischen Flüchtlingen und allen, die vor den Grausamkeiten und dem Chaos flohen, gegenüber sehr aufgeschlossen. Nun jedoch, im fünften Jahr des Konflikts, wandelt sich die allgemeine Stimmung in der EU-Bevölkerung und bei den Regierungen.
Die Schweiz, einst als neutralstes Land Europas gefeiert – und eines der „gastfreundlichsten" Länder für Asylsuchende – erwägt eine Gesetzesänderung, die ukrainische Männer im wehrpflichtigen Alter vom Flüchtlingsschutz ausschließen würde.
Der Schweizer Bundesrat gab am Freitag in einer Erklärung bekannt, dass er Konsultationen über den rechtlichen Status von rund 66.000 ukrainischen Staatsangehörigen eingeleitet hat, die nach Ausbruch des Konflikts in die Schweiz geflohen sind.
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Die Sozialhilfe und der Flüchtlingsschutz sind in der Schweiz sehr gut: Einzelpersonen erhalten Grundbedarfsgüter sowie staatliche Auszahlungen und können sogar frei in das Land ein- und ausreisen.
Derzeit wird erwartet, dass der Schutz für Ukrainer im Land weiter gilt, doch gibt es neue Diskussionen über die Aufhebung dieses Status für Männer im wehrpflichtigen Alter, während das ukrainische Militär weiterhin mit einem gravierenden Personalmangel zu kämpfen hat:
Konkret in Bezug auf Männer im wehrfähigen Alter erwägt die Regierung „eine mögliche künftige Einschränkung für ukrainische Männer, die der Wehrpflicht unterliegen", heißt es in einer neuen Erklärung.
„Dies liegt daran, dass die EU derzeit eine Verlängerung des vorübergehenden Schutzes mit einer möglichen Einschränkung für diese Männer in Betracht zieht," erklärte der Bundesrat des Landes. Eine endgültige Entscheidung könnte bis Ende des Sommers fallen, doch der politische Widerstand soll wachsen.
Es sei daran erinnert, dass die Aufhebung des Schutzstatus etwas ist, worum die Regierung Selenskyj westliche Verbündete seit Langem bittet. Sie möchte die rasche Rückkehr von Männern im wehrpflichtigen Alter, während ukrainische Rekrutierungsbehörden zu harten Maßnahmen gegen vermeintliche Drückeberger greifen.
EU-Migrationskommissar Magnus Brunner hat ebenfalls bestätigt: „Das ist auch das, worum uns die Ukrainer bitten" – und kommentierte damit die Frage, ukrainischen Männern in EU-Staaten keinen Schutz mehr zu gewähren.
Derzeit sind keine größeren politischen Veränderungen zu erwarten, doch je länger der Krieg andauert, desto mehr hat sich der Ton der Diskussion unter vielen europäischen Beamten gewandelt. Washington hat insbesondere betont, dass die ukrainische Bevölkerung für sich selbst eintreten müsse, und hat Kiew sogar stark unter Druck gesetzt, das Pflicht-Upgrade des Einberufungsalters zu senken.


