Ethereums langfristige Entwicklung geht in eine entscheidende Phase. Vitalik Buterin bringt das Konzept der „Ossifiability“ (Versteinerbarkeit) voran. Dies soll das „Einfrieren“ des Netzwerks ermöglichen, ohne dabei seine Funktionen zu verlieren – selbst wenn die wichtigsten Entwickler nicht mehr dabei sind.
Diese Idee kam erstmalig im Jahr 2024 im Rahmen des „Walkaway-Tests“ auf. Ethereum soll laut diesem Konzept nicht nur eine Plattform für dezentrale Anwendungen (dApps) sein, sondern ein vertrauensloses Fundament bilden, das jahrzehntelang unabhängig funktionieren kann.
Laut Ethereum-Mitbegründer Vitalik Buterin müsse Ethereum dafür sieben technische Ziele erreichen. Dazu gehören unter anderem:
In diesem Zusammenhang betont der Krypto-Chef, dass neue Ideen vor allem durch Verbesserungen der Client-Software und durch das Anpassen von Parametern entstehen sollten. Harte Abspaltungen (Hard Forks) sollen möglichst vermieden werden.
Auch wenn die Roadmap ehrgeizig ist, geben Kritiker und Experten zu bedenken, dass noch viele praktische Hürden bestehen. Equation X, ein Forscher für ZK-Infrastruktur, meint, dass Ethereum mit zkEVMs als Layer 2 Lösungen nachzurüsten nur eine „halbe Lösung“ ist.
Im Gegensatz zu ZK-nativen Chains wie StarkNet oder Miden, die von Anfang an für Zero-Knowledge-Validierung gebaut wurden, muss Ethereum seine bestehende Solidity/EVM-Struktur anpassen. Das ist deutlich aufwendiger.
Die Risiken bei der Umsetzung betreffen aber nicht nur technische Fragen. Es wird schwierig, über viele Jahre mehrere Ziele zu erreichen und laufende Anpassungen zu steuern. Dadurch entstehen Komplexität in Technik und auch in der Community.
Zentralisierung beim Staking, Vielfalt bei der Client-Software und Dynamik bei den Validatoren sind weitere Herausforderungen. Dadurch ist offen, ob Ethereum tatsächlich völlig vertrauenslos bleiben kann.
Es gibt auch einen Zielkonflikt zwischen Festigkeit und Anpassungsfähigkeit: Eine sehr feste Basis kann spätere Verbesserungen erschweren oder Innovationen behindern. Entwickler müssen sich damit zwischen langfristiger Stabilität und Wandelbarkeit entscheiden.
Trotz solcher Bedenken bleibt Buterin zuversichtlich. Im Januar 2026 sprach er über Ethereums Fortschritte im Jahr 2025 und verwies unter anderem auf Verbesserungen bei:
Dennoch betont er, dass das Netzwerk mehr tun muss als bloß Kennzahlen zu verbessern oder kurzfristige Trends nachzujagen.
Die Roadmap für Ossifiability ist eine große Wette auf die Zukunft von Ethereum. Gelingt sie, kann das Netzwerk zu einem „Weltcomputer“ für ein wirklich dezentrales Internet werden – als Basis für Finanzen, Verwaltung, Identität und noch viel mehr.
Ein Misserfolg könnte aber dazu führen, dass das Netzwerk weniger effizient wird, neu entwickelt werden muss oder unter Zentralisierung leidet – und damit seine Grundziele verfehlt.
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