Der US-Präsident Donald Trump hat Grönland als wichtig für die nationale Sicherheit dargestellt. Doch hinter diesen Aussagen steckt vor allem das Interesse der amerikanischen Tech-Branche.
Grönland ist sehr groß, hat viele Bodenschätze und nur eine kleine Bevölkerung. Das macht die Insel für moderne Industrien sehr interessant. In diesem Zusammenhang ist die Idee einer Übernahme durch die USA nicht überraschend. Amerikas reichste Tech-Unternehmer haben Trumps Wahlkampf 2024 stark unterstützt. Solche Unterstützung ist meist mit Erwartungen verbunden.
Trump hat erstmals im August 2019 über Grönland gesprochen, als er zum ersten Mal Präsident war. In einem Gespräch mit Journalisten bestätigte Trump, dass er über die Idee nachdenkt. Er nannte Grönland „ein großes Immobiliengeschäft“. Damals sagte er aber auch, dass dies keine Hauptaufgabe für ihn sei.
Sechs Jahre später hat sich Trumps Liste der wichtigsten Themen geändert.
Was in den letzten Tagen passiert ist, überrascht daher kaum. Während seines Wahlkampfs 2024 sprach Trump immer wieder über Grönland. Immer wieder sagte er, es sei eine verpasste Chance gewesen.
Etwa einen Monat vor dem Amtsantritt erklärte er dann, dass eine amerikanische „Eigentümerschaft und Kontrolle“ über Grönland „absolut notwendig“ sei.
Dieses starke Interesse an der Insel kommt nicht von ungefähr. Trump ist hier eher Sprachrohr für bereits bestehende Wünsche der Tech-Branche, statt Ideengeber.
Seit rund zehn Jahren sichern sich verschiedene Tech-Milliardäre, Risikofonds und Start-ups heimlich Anteile rund um Grönland.
Je konkreter ihre Pläne wurden, desto mehr zeigte sich Trump als geeigneter Politiker, um private technologische Ziele mit staatlicher Unterstützung umzusetzen.
Das größte Interesse an Grönland gilt seinen seltenen Erden, die für moderne Technik gebraucht werden. Bereits seit Trumps erster Amtszeit zeigen Personen wie Bill Gates, Michael Bloomberg und Jeff Bezos dauerhaft Interesse an der Insel.
Nach Angaben von Forbes investieren die drei Milliardäre schon seit 2019 in KoBold Metals, und zwar kurz nach Trumps ersten öffentlichen Äußerungen zu Grönland. Das Geld kommt dabei über Breakthrough Energy, einen Fonds unter Leitung von Gates.
Im Jahr 2022 schloss sich Sam Altman, der Gründer von OpenAI, dem Projekt als Investor über seine Firma Apollo Projects an. Außerdem gibt es Berichte, dass auch Mark Zuckerberg und der Hedgefonds Andreessen Horowitz hinter KoBold Metals stehen.
Neben dem Mining weckt Grönland auch Interesse als Ort für neue Modelle von Krypto-Steuerung und Finanzierung.
Peter Thiel, ein langjähriger Trump-Verbündeter, unterstützt Praxis. Das Start-up unter Leitung von CEO Dryden Brown will einen sogenannten „Netzwerkstaat“ schaffen.
Praxis prüfte öffentlich, ob Grönland als Standort geeignet ist, und sammelte mehr als 525 Millionen USD ein, um eine neue Stadt mit weniger Regeln und tokenisierten realen Vermögenswerten zu bauen. So wird die Insel zum Testfeld für neue Krypto-Städte.
Da Grönland wieder stärker im Blickpunkt steht, möchten noch mehr Firmen und Start-ups Zugang zu den Ressourcen und Chancen der Insel erhalten.
Tatsächlich hat dieses Netzwerk privater Interessen inzwischen direkten Kontakt zu Trumps engem Beraterkreis.
Der Schulterschluss von Unternehmen mit Grönland-Fokus und Trumps Regierung reicht mittlerweile bis in die Verwaltung hinein.
Manche Personen mit Verbindung zu Firmen, die durch Grönlands Bodenschätze profitieren könnten, haben nun Posten mit Einfluss auf die US-Politik.
Howard Lutnick, Trumps Handelsminister, führte früher Cantor Fitzgerald. Der verbundene Hedgefonds unterstützt Critical Metals Corp – eine Firma, die nach Bodenschätzen in Grönland sucht.
Wie das Magazin The New Republic berichtet, überschneiden sich die Investoren hinter dieser Firma stark mit jenen bei Trump Media. Viele davon zahlten 100 Millionen USD in Trumps aktuelle Wahlkampagne ein.
Auch bei den US-Botschafter-Posten zeigt sich diese Nähe.
Im letzten Monat hat Trump Ken Howery – einen früheren Risikoinvestor – zum US-Botschafter in Dänemark ernannt. Howery war Manager bei PayPal und ist ein enger Partner von Peter Thiel und Elon Musk. Er hat schon in der Anfangszeit mit ihnen zusammengearbeitet.
Während Grönland für Washington immer wichtiger wird, dient die nationale Sicherheit offenbar eher als öffentliche Begründung. Doch die wahre Dynamik geht von Milliardären mit klaren Geschäftsinteressen auf der Insel aus.
Der Beitrag Grönland Inc.? Die Tech-Milliardäre hinter Trumps Arktis-Plänen erschien zuerst auf BeInCrypto - Krypto News.
