Zcash stand kurz vor einem großen Absturz, doch Käufer griffen im letzten Moment ein. Auf dem 12-Stunden-Chart sah es fast so aus, als würde ein bärisches Muster bestätigen, was auf eine starke Zcash-Korrektur hindeutet.
Stattdessen kam es zu starken Käufen bei Rücksetzern, was einen langen unteren Docht bildete und so den Absturz verzögerte. Die größere Frage bleibt jedoch: War dies echte Überzeugung oder nur eine kurzfristige Verteidigung, die das Unvermeidliche nur hinauszögert?
Auf dem 12-Stunden-Chart hat Zcash ein klares Kopf-Schulter-Muster gebildet. Die kritische Marke für den Ausbruch lag bei 359 USD. Kurzzeitig fiel der Kurs darunter. Dieser Schritt hätte das vollständige Muster aktiviert, das einen Rückgang um 34 Prozent anzeigt.
Der Ausbruch wurde jedoch nicht bestätigt.
Käufer griffen stark ein und brachten den Kurs noch vor dem Kerzenschluss wieder über die Unterstützung. Das Ergebnis war ein langer unterer Docht – ein typisches Zeichen dafür, dass genau dort Nachfrage entstand, wo viele einen weiteren Rückgang erwarteten. Dieser Docht zeigt aktuell einen abgewendeten Absturz – eine Umkehr ist das aber nicht.
Der Momentum-Indikator stützt die Lage ein wenig. Zwischen 10. und 19. Januar bildete Zcash im Kurs ein tieferes Tief, während der RSI (Relative-Stärke-Index) ein höheres Tief produzierte. Das ist eine typische bullische Divergenz im 12-Stunden-Chart, die oft eine kurzfristige Erholung nach starken Rückgängen ankündigt.
Allerdings bleibt diese Divergenz schwach. Damit sie erhalten bleibt, muss der Zcash-Kurs im 12-Stunden-Chart weiter über 335 USD notieren. Ein Schlusskurs darunter würde das Signal schwächen und wieder Raum für Verluste schaffen. Kurz gesagt: Käufer haben den Abschwung nur verschoben – nicht gestoppt.
Ein Blick auf die Details zeigt, warum der Absturz ausblieb.
In den letzten sieben Tagen erhöhten Wale ihre Zcash-Bestände um 12,65 Prozent und halten jetzt etwa 9.950 ZEC. Diese Gruppe zeigte während des Verkaufs die größte Unterstützung. Im Gegensatz dazu stockten die 100 größten Adressen (Mega-Wale) kaum auf, was zeigt, dass langfristige Großhalter weiterhin vorsichtig sind.
Die Daten vom Spotmarkt bestätigen das.
Ende November kam es bei Zcash zu täglichen Börsenabflüssen von fast 61 Mio. USD – ein Zeichen für starke Überzeugungskäufe. Diese Nachfrage ist verschwunden. Am 18. Januar lagen die Nettoabflüsse noch bei 15,7 Mio. USD. Am 19. Januar fiel der Wert stark auf 7,68 Mio. USD. Das bedeutet einen Rückgang um 87 Prozent gegenüber den Höchstständen beim Einsammeln.
Es wird noch gekauft, aber das Tempo ist viel geringer.
Der Money Flow Index (MFI) hilft, die Art der Nachfrage zu verstehen. MFI verbindet Kurs und Volumen, um zu zeigen, ob Kaufdruck stark oder eher zurückhaltend ist. Auf dem 12-Stunden-Chart bildet der MFI ein höheres Tief, obwohl der Zcash-Kurs weiter fällt.
Das spricht für Käufe bei Schwäche und weniger für das Jagen eines Ausbruchs. Käufer treten meist nach Rücksetzern auf, anstatt schon bei steigenden Kursen einzusteigen.
Dieser Unterschied ist wichtig. Nachkäufe können starke Kursverluste stoppen, wie es gerade beim letzten Absturz passiert ist. Allerdings sorgen sie ohne mehr Unterstützung selten für längere Kursanstiege.
Im Moment gibt es Nachfrage nach Zcash. Sie bleibt jedoch vorsichtig, wählerisch und reagiert eher auf das Marktgeschehen, als dass sie von dringendem Interesse geprägt ist.
Weil der Einbruch erst einmal ausgeblieben ist, sind jetzt die Preisbereiche wichtiger als Indikatoren.
Die erste wichtige Zone liegt weiter zwischen 359 USD und 350 USD. Wenn Zcash diesen Bereich auf Schlusskursbasis im Zwölf-Stunden-Chart verliert, aktiviert sich vermutlich das Kopf-Schulter-Muster wieder. Das würde den Weg Richtung 250 USD eröffnen und damit fast die geplante Bewegung von 34 Prozent abschließen.
Gelingt es den Käufern, diese Zone weiter zu halten, bleibt kurzfristig eine Stabilisierung möglich.
Auf der Oberseite wartet bei 450 USD die erste echte Hürde. Dieser Bereich entspricht der rechten Schulter des bärischen Musters. Ein nachhaltiger Ausbruch darüber würde die negative Struktur abschwächen und neue Dynamik ermöglichen.
Vollständig ist das negative Muster allerdings erst über 559 USD beendet. Bis dahin bleibt jeder Anstieg eine Korrektur und keine wirkliche Trendwende.
Zcash befindet sich aktuell dazwischen. Käufer haben gezeigt, dass sie bereit sind, den Kurs zu verteidigen. Auch große Marktteilnehmer wurden aktiv. Nachkäufe finden weiter statt. Trotzdem gibt es weniger Überzeugung als in früheren Phasen der Ansammlung.
Der Absturz um 34 Prozent konnte vorerst abgewendet werden. Ob das so bleibt, hängt jedoch davon ab, was die Käufer als Nächstes machen und nicht von ihren letzten Handlungen.
Der Beitrag Zcash entgeht 34-Prozent-Absturz – Kaufen jetzt Dip-Trader den Coin? erschien zuerst auf BeInCrypto - Krypto News.

