Während der Bitcoin-Kurs äußerlich stabil wirkt, verändert sich unter der Oberfläche gerade die gesamte Marktlogik. Abnehmende Risikobereitschaft, Rekordverkäufe langjähriger Holder und deutliche institutionelle Verschiebungen deuten darauf hin, dass wir an einem entscheidenden Wendepunkt stehen.
Was wir aktuell auf den On-Chain-Daten sehen, ist mehr als nur ein kleiner Ausschlag auf dem Chart. Der Bitcoin (BTC)-Preis steht bei rund 89.500 Dollar, aber unter der Oberfläche tut sich gerade etwas, das die Marktstruktur langfristig verändern könnte.
Was mir sofort ins Auge gestochen ist: Adressen, die ihre Bitcoins über zwei Jahre gehalten haben, stoßen in einem Ausmaß ab, das wir zuletzt am Zyklus-Ende 2017 und 2021 gesehen haben. Diese sogenannten „Old Whales“ realisieren aktuell massiv Gewinne.
Dazu kommen hohe Zuflüsse auf zentralisierte Börsen – ein klassischer Indikator dafür, dass Verkaufsdruck im Anmarsch ist.
Parallel dazu meldeten die Bitcoin-ETFs in den letzten 48 Stunden Netto-Abflüsse von 1,58 Milliarden Dollar. Das ist ein deutliches Zeichen für einen Shift im institutionellen Verhalten. Gleichzeitig erreicht Gold neue Allzeithochs.
Für mich ist das ein klarer Hinweis auf „De-Risking“ – Investoren nehmen Risiko aus ihren Portfolios.
Doch während kurzfristig Risiko rausgenommen wird, passiert auf struktureller Ebene etwas ganz anderes – und das ist langfristig viel bedeutender. Die Nasdaq plant, Limits für Optionen auf Bitcoin- und Ethereum (ETH)-ETFs zu streichen.
Das würde bedeuten: Krypto-Produkte würden endlich wie klassische Rohstoff-ETFs behandelt. Ein riesiger Schritt in Richtung institutionelle Normalisierung.
Noch spannender: SEC und CFTC – die beiden großen US-Regulierungsbehörden – kündigen an, ihre Zusammenarbeit zu harmonisieren. Das könnte mittelfristig die regulatorische Unsicherheit verringern, die den Markt bisher immer wieder gebremst hat.
Technisch zeigt sich Ethereum aktuell stark – zumindest auf dem Mainnet. Die Aktivität dort hat die großen Layer-2-Lösungen überholt. Aber: Sicherheitsfirmen warnen, dass dies auch mit Spam-Attacken wie „Address Poisoning“ zu tun haben könnte. Echtes Wachstum? Noch schwer zu sagen.
Während im Tech-Bereich Bewegung herrscht, zieht sich die Regulierung etwas zäher – doch es gibt auch hier spannende Weichenstellungen.
Aus Washington hören wir, dass wichtige Gesetzesvorhaben wie der Clarity Act sich wohl verzögern. Der US-Senat hat andere Prioritäten gesetzt – schade, aber leider nicht überraschend.
Immerhin denkt Coinbase schon weiter. Das Unternehmen hat ein Board gegründet, das die Risiken durch Quantencomputer für Blockchain-Kryptografie analysieren soll. Vorausschauend – und bitter nötig.
Was wir gerade erleben, ist eine klassische Marktumverteilung: Langfristige Holder verkaufen, institutionelle Infrastruktur wird weiter aufgebaut, Regulatoren nähern sich an. Die Karten werden neu gemischt – und zwar auf allen Ebenen.
Ich bleibe für euch dran und halte euch über die nächsten Schritte auf dem Laufenden.
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