2-jaarsrente in VS breekt uit. Bron: Michael Kramer2-jaarsrente in VS breekt uit. Bron: Michael Kramer

FOMC, Zinsen und Währungen: Warum diese Woche wichtiger ist

Mittwoch steht erneut vollständig im Zeichen der amerikanischen Zentralbank (Federal Reserve). Die Zinssitzung und die darauffolgende Pressekonferenz versprechen inhaltlich wenig Spektakel, da nahezu niemand erwartet, dass die Zentralbank die Zinsen diese Woche senken wird. Dennoch wäre es naiv, diese Zusammenkunft als nichtssagende Formalität abzutun.

Allein das politische Theater rund um Präsident Trump macht das Timing interessant. Eine eventuelle Ankündigung eines neuen Fed-Vorsitzenden, genau während oder kurz nach der Pressekonferenz, könnte die Aufmerksamkeit der Finanzmärkte vollständig verschieben. Es würde maximale Verwirrung schaffen, die Finanzmedien auf dem falschen Fuß erwischen und die Glaubwürdigkeit der aktuellen Politik unter Druck setzen. Für Märkte, die bereits empfindlich auf Unsicherheit reagieren, wie Bitcoin, ist das keine triviale Entwicklung.

Markt erwartet immer weniger Zinssenkungen

Auffällig ist, dass der Markt in den vergangenen Wochen seine Erwartungen für Zinssenkungen weiter zurückgeschraubt hat. Wo früher mit einem aggressiven Pfad nach unten gerechnet wurde, liegt der erwartete Zins für Ende 2026 nun bei rund 3,25 Prozent. Und dabei scheint es vorerst zu bleiben.

Das bedeutet, dass ein zukünftiger Fed-Vorsitzender wirklich ausgesprochen für Zinssenkungen sein muss, um diese Erwartungen erneut zu kippen. Der Markt weiß schließlich genauso gut wie jeder andere, dass Trump keinen strengen Vorsitzenden ernennen wird. Dennoch zeigt die aktuelle Zinskurve, dass Anleger vorerst nicht mit schnellen, tiefen Senkungen rechnen.

Für Bitcoin ist das relevant. Historisch gesehen floriert der Bitcoin-Kurs vor allem in einem Umfeld fallender realer Zinsen und zunehmender Liquidität. Bleiben Zinsen länger höher, dann setzt das Druck auf Risikoanlagen, einschließlich Krypto.

Der 2-Jahreszins flirtet mit einem Ausbruch

Technisch gesehen sieht das Bild für den amerikanischen 2-Jahreszins alles andere als ruhig aus. Nach mehreren Böden in den vergangenen Monaten beginnt der RSI aufwärts zu drehen. Der erste wichtige Widerstand liegt bei rund 3,62 Prozent, aber wenn der bricht, ist eine Bewegung Richtung vier Prozent nicht undenkbar.

2-Jahreszins in den USA bricht aus. Quelle: Michael Kramer

Ein steigender 2-Jahreszins ist selten gute Nachricht für Bitcoin auf kurze Sicht. Er deutet auf straffere finanzielle Bedingungen, einen höheren Dollar und weniger Raum für spekulatives Kapital hin. Das bedeutet nicht automatisch, dass Bitcoin fallen muss, aber es macht einen kraftvollen Ausbruch schwieriger.

Japan, Währungen und internationale Spannungen

Auch außerhalb der USA nimmt die Spannung zu. Die Bank of Japan entschied sich erneut für Aufschub und gab keine klare Roadmap Richtung weiterer Zinserhöhungen. Die temporäre Stärkung des Yen scheint vor allem durch Gerüchte über eine mögliche Währungsintervention ausgelöst worden zu sein, möglicherweise koordiniert mit den USA.

Auffällig ist, dass auch der südkoreanische Won (KRW) am Freitag kräftig anzog. Das ist kein Detail. Südkoreanische Anleger haben in den vergangenen Jahren große Positionen in amerikanischen Aktien aufgebaut. Diese Kapitalströme erforderten strukturellen Verkauf von KRW und Ankauf von Dollar.

Wenn der KRW strukturell stärker wird, gerät dieser Trade unter Druck. Ungehedgte Anleger laufen dann Währungsrisiko, was zum Abbau amerikanischer Exposure führen kann. Das betrifft nicht nur Aktien, sondern auch Bitcoin, das stark korreliert mit globaler Dollarliquidität bleibt.

Wichtige Börsenzahlen auf dem Programm

Schließlich stehen diese Woche die Zahlen von Microsoft, Apple, Tesla und Meta auf der Agenda. Das sind Unternehmen, die extrem wichtig für das Sentiment an der Börse sind. Gute Zahlen können die Chance auf eine längere Bullrun für Bitcoin signifikant erhöhen. Somit verspricht es wieder eine wichtige Woche an der Börse zu werden.

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