Wichtigste Erkenntnisse
Der US-Dollar ist im Sinkflug, obwohl politische Führungskräfte weiterhin darauf bestehen, dass die Wirtschaft „stark" sei. Für Kritiker der aktuellen Geldpolitik ist diese Divergenz kein Zufall – sie ist eine Warnung.
Der erfahrene Investor und langjährige Gold-Befürworter Peter Schiff argumentiert, dass das, was die Märkte heute erleben, keine vorübergehende Verzerrung ist, sondern Beweis dafür, dass unter der Oberfläche etwas grundlegend bricht. Seiner Ansicht nach ist der unaufhaltsame Anstieg der Goldpreise, bei dem immer wieder neue Höchststände erreicht werden, kein spekulativer Überschuss. Es ist eine Reaktion auf einen Vertrauensverlust in die US-amerikanische Währungsdisziplin.
Gold hat historisch als Referendum über die Glaubwürdigkeit der Zentralbank fungiert. Wenn das Vertrauen in Papiergeld schwindet, reagiert Gold tendenziell zuerst. Schiff hat wiederholt auf Äußerungen des ehemaligen Fed-Vorsitzenden Alan Greenspan hingewiesen, der Gold einst als ultimatives Maß dafür beschrieb, ob die Geldpolitik auf dem richtigen Weg ist. Nach diesem Maßstab sind die heutigen Marktsignale zutiefst beunruhigend.
Trotz wiederholter Behauptungen von Politikern, dass die Wirtschaft auf einem „guten Kurs" sei, erzählt der Dollar eine andere Geschichte. Schiff argumentiert, dass eine schwächer werdende Währung jeden Versuch untergräbt, den Sieg über die Inflation zu erklären. Wenn der Dollar weiter fällt, steigen die Importpreise, die Kaufkraft erodiert und die Inflation wird strukturell schwerer einzudämmen.
Dieser Widerspruch wurde nach jüngsten Kommentaren von Jerome Powell deutlich, der es ablehnte, Bedenken über den Rückgang des Dollars anzusprechen, und erklärte, dass die Federal Reserve keine Kommentare zur Währungsstärke abgibt. Für Kritiker ist diese Antwort alarmierend. Geldpolitik und Währungsstabilität sind untrennbar. Den Dollar zu ignorieren, während man die Inflation ins Visier nimmt, bedeutet laut Schiff, das eigene Mandat der Fed aufzugeben.
Auf politischer Ebene sieht Schiff zusätzlichen Druck aus der Fiskalpolitik kommen. Während Finanzminister Scott Bessent über ein Bekenntnis zu einem starken Dollar gesprochen hat, argumentiert Schiff, dass die breitere Agenda unter Donald Trump in die entgegengesetzte Richtung weist. Massive Defizite, steigende Schuldenemissionen und Druck für niedrigere Zinssätze wirken alle gegen die Währungsstärke. Der Glaube, dass Zinssenkungen den Dollar automatisch unterstützen, ist laut Schiff ein gefährliches Missverständnis.
Schiff ist ebenso kritisch gegenüber Bitcoins Rolle im aktuellen Umfeld. Während Bitcoin oft als „digitales Gold" beworben wurde, argumentiert er, dass der Vergleich in Zeiten systemischen Stresses zusammenbricht. Seiner Ansicht nach hat Bitcoin bereits den Großteil der spekulativen Zuflüsse absorbiert, die bereit sind, dieses Risiko einzugehen. Die Idee, dass ein zusammenbrechender Dollar frische Kapitalwellen von Gold in Bitcoin treiben wird, wurde laut ihm nicht durch das Marktverhalten unterstützt.
Wenn Investoren wirklich glauben würden, dass Bitcoin die ultimative Absicherung sei, argumentiert Schiff, wäre diese Rotation bereits erfolgt. Stattdessen zieht Gold weiterhin Kapital an, während Bitcoin anfällig für breitere Marktverkäufe bleibt. In einem Szenario, in dem Anleihenmärkte destabilisieren und Risikoanlagen sich abwickeln, warnt Schiff, dass Bitcoin zusammen mit Aktien leiden könnte, anstatt als Zufluchtsort zu fungieren.
Die vielleicht folgenreichste Entwicklung findet laut Schiff außerhalb der US-Grenzen statt. Zentralbanken auf der ganzen Welt reduzieren stetig das Dollar-Engagement und erhöhen die Goldreserven. Dies ist kein kurzfristiger Handel, sondern eine strategische Neuallokation. Das globale Finanzsystem bewegt sich laut Schiff langsam von einem Dollar-zentrischen Modell weg.
In diesem Kontext ist der Anstieg von Gold keine Blase, sondern eine Neukalibrierung. Schiff glaubt, dass der Rückgang des Dollars viele Jahre andauern könnte, möglicherweise mehr als ein Jahrzehnt, wobei neue Tiefststände erreicht werden, während das Vertrauen weiter erodiert. Wenn Anleihenmärkte schließlich unter dem Gewicht von Schulden und steigenden Renditen zusammenbrechen, warnt er, könnten politische Entscheidungsträger feststellen, dass das Fenster zum Handeln bereits geschlossen ist.
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Der Beitrag Dollarschwäche, Bitcoin-Risiko und das Gold-Signal, über das die Märkte schreien erschien zuerst auf Coindoo.

