Der Kurs von MSTR ist in den letzten vier Wochen fast um 22 Prozent gefallen. Das ist ähnlich wie beim Bitcoin-Kurs, der im gleichen Zeitraum rund 23 Prozent verloren hat. Weil Bitcoin im Moment schwach ist, steht auch MicroStrategys große Bitcoin-Reserve unter Druck. Laut aktuellen Schätzungen gibt es nun mehr als 3,5 Mrd. USD an sogenannten „Buchverlusten“ auf die Bitcoin-Bestände.
Durch diesen Rückgang haben einige Unternehmen an der Wall Street ihre Kursziele stark gesenkt – zum Beispiel gab es von einem wichtigen Analysten eine Kürzung um 60 Prozent. Dennoch zeigen technische Charts und Daten zu Kapitalflüssen, dass MicroStrategys Aussichten für eine Erholung auf lange Sicht nicht völlig verloren sind. Das zeigen auch die aktuellen Diagramme.
Trotz der aktuellen Verluste bleibt MicroStrategys Tageschart in einer sogenannten fallenden Keilformation. Das bedeutet oft, dass der Verkaufsdruck schwächer wird und nach einem Ausbruch eine Erholung folgen kann. Außerdem ist die obere Trendlinie ganz nah und stimmt gerade mit dem 20-Tage-EMA (exponentieller gleitender Durchschnitt) überein.
In der Vergangenheit hat dieses Muster bei MSTR gut funktioniert. Anfang Oktober und auch Mitte Januar stieg die Aktie um 10 bis 15 Prozent, nachdem sie den 20-Tage-EMA zurückerobert hatte. Der EMA ist eine Trendlinie, die schnell auf Kursänderungen reagiert.
Wie schon erwähnt, liegt derselbe 20-Tage-EMA ganz nah an der oberen Keilgrenze. Das heißt, ein Ausbruch kann schnell passieren, falls die Kaufkraft zurückkommt.
Ein weiteres wichtiges Signal kommt vom Chaikin Money Flow (CMF). Der CMF zeigt, ob große Investoren Geld in einen Wert stecken oder aus ihm abziehen, und nutzt dafür Kurs- und Volumendaten. Seit dem 12. Januar steigt der CMF, obwohl der Aktienkurs gefallen ist.
Damit entsteht eine bullische Divergenz: Der Kurs fällt zwar, aber große Investoren kaufen weiter ein.
Das passt zu neuen Berichten, dass MicroStrategys Bitcoin-Position jetzt bei über 3,5 Mrd. USD Verlust liegt. Trotzdem verkaufen große Anleger nicht in Panik. Vielmehr fließt weiter still Kapital in die Aktie.
Der fallende Keil und der steigende CMF zusammen zeigen, dass institutionelle Anleger eher auf eine Erholung setzen statt die Aktie aufzugeben.
Während große Investoren Michael Saylors Strategie weiterhin unterstützen, ist die Stimmung an der Wall Street aber deutlich schwächer geworden.
Zum Beispiel hat das Finanzunternehmen Canaccord Genuity kürzlich sein Kursziel für MicroStrategy von 474 USD auf 185 USD gesenkt – also rund 60 Prozent weniger. Grund war vermutlich der Rückgang beim Bitcoin-Kurs und das zunehmende Risiko durch MicroStrategys verschuldete Schatzstrategie.
Zugleich stufen andere Unternehmen die Aktie immer noch als „Kaufen“ ein, wodurch das durchschnittliche Ziel weiter über dem aktuellen Kurs bleibt. Dadurch gibt es jetzt eine klare Meinungs-Spaltung.
Der Grund für diese Spaltung wird beim Money Flow Index (MFI) noch deutlicher.
Der MFI misst Kauf- und Verkaufsdruck mit Preis- und Volumendaten. Oft beurteilt man damit, ob Privatanleger starke Kursrückgänge zum Einstieg nutzen oder lieber vorsichtig bleiben.
Zwischen dem 30. Januar und dem vierten Februar ist MicroStrategys Kurs gefallen, und auch der MFI hat nachgegeben. Es gab keine deutliche bullische Divergenz. Deshalb sind Privatanleger bisher noch zurückhaltend geblieben. Einfach gesagt: Große Investoren kaufen ein, aber kleinere Händler zögern noch.
Dieser Gegensatz ist entscheidend. Dauerhafte Anstiege brauchen normalerweise Unterstützung von großen und kleinen Anlegern. Momentan ist nur eine Seite aktiv.
Diese Zurückhaltung erklärt auch, warum einige Analysten die Kursziele senken, während andere optimistisch bleiben.
Das letzte wichtige Puzzlestück ist der Kursverlauf mit seinen Unterstützungszonen.
Damit MicroStrategy wieder technische Stärke zeigt, muss zuerst der Bereich bei 140 USD zurückerobert werden. Diese Zone ist sowohl eine psychologische Hürde als auch wichtig für die Trendbestätigung. Ein klarer Tagesschlusskurs über 140 USD würde den Kurs zurück in die Nähe der Ausbruchszone des Keils und zur 20-Tage-EMA bringen.
Kommt der Ausbruch, liegt das nächste wichtige Ziel bei etwa 189 USD. Diese Zone ist aus drei Gründen bedeutsam:
Erstens stimmt sie mit einer wichtigen Fibonacci-Retracement-Zone überein. Fibonacci-Level sind oft starke Unterstützungs- und Widerstandsbereiche, wo der Kurs reagiert. Zweitens passt das zu Canaccords neuem Ziel bei 185 USD. Das zeigt, dass Analysten diesen technischen Bereich genau beobachten.
Drittens liegt sie ungefähr in der Mitte der letzten Seitwärtsbewegung. Darum zieht dieser Bereich den Kurs natürlich an. Wird die Marke von 189 USD durchbrochen, deutet die komplette Aufwärtsbewegung des fallenden Keils auf 225 bis 230 USD. Das entspräche etwa 63 Prozent Anstieg vom jetzigen Kurs. Diese Zone entspricht außerdem dem unteren Kursziel der Analysten.
Allerdings würde ein Scheitern an der Zone bei 140 USD das bullische Szenario schwächen. In diesem Fall steigt das Risiko, dass der Kurs auf 109 USD fällt – besonders, wenn der Bitcoin-Kurs weiter nachgibt.
Der Beitrag MicroStrategy stürzt um 22 Prozent ab: Trotz Bitcoin-Verlusten bleibt Hoffnung auf Erholung erschien zuerst auf BeInCrypto - Krypto News.


