Die letzten Tage haben eine der stressigsten Phasen für Bitcoin und den breiteren Kryptomarkt seit Ende 2024 markiert. Am 06.02.2025 fiel Bitcoin kurzzeitig zurückDie letzten Tage haben eine der stressigsten Phasen für Bitcoin und den breiteren Kryptomarkt seit Ende 2024 markiert. Am 06.02.2025 fiel Bitcoin kurzzeitig zurück

Was signalisieren die jüngsten massiven BTC-Zuflüsse für den Krypto-Markt?

2026/02/09 10:33
3 Min. Lesezeit

Die letzten Tage haben eine der stressigsten Perioden für Bitcoin und den breiteren Kryptomarkt seit Ende 2024 markiert.

Am 06.02. fiel Bitcoin kurzzeitig unter die 60.000-Dollar-Marke zurück und erreichte damit ein Preisniveau, das seit Oktober nicht mehr gesehen wurde. Diese Bewegung ging mit einer scharfen marktweiten Korrektur einher, wobei Bitcoin nun mehr als 50% unter seinem jüngsten Allzeithoch handelt, was angstgetriebenes Verhalten unter den Teilnehmern neu entfachte.

Während die Preise rapide fielen, zeigen On-Chain-Daten eine klare Verschiebung im Anlegerverhalten hin zu defensiver Positionierung. Anstatt durch die Volatilität zu halten, entschied sich ein großer Anteil der Marktteilnehmer, ihre BTC auf Börsen zu verschieben, was zu einer Beschleunigung des Verkaufsdrucks und der Liquidationen beitrug.

Kurzfristige Halter treiben den Ausverkauf an

Laut CryptoQuant-Daten spielten kurzfristige Halter (STHs) eine dominierende Rolle in dieser Phase der Korrektur. Auf Binance, das einen bedeutenden Anteil der globalen Handelsaktivität erfasst, stiegen die BTC-Zuflüsse von kurzfristigen Haltern stark an. Allein am 06.02. überstiegen die STH-Zuflüsse 100.000 BTC auf 7-Tage-Basis und übertrafen damit die Niveaus, die während der Korrektur im April 2025 beobachtet wurden.

Solch erhöhte Zuflussvolumina sind typischerweise mit Kapitulationsverhalten verbunden, bei dem Anleger die Risikominderung über Preisüberlegungen stellen. In diesem Fall deuten die Daten darauf hin, dass kurzfristige Halter emotional auf den rapiden Rückgang reagierten und wesentlich zum Verkaufsdruck beitrugen.

Zwischen dem 04.02. und dem 06.02. wurden fast 241.000 BTC über den gesamten Markt hinweg an Börsen gesendet. Wenn Einlagen dieser Größenordnung in einem komprimierten Zeitrahmen auftreten, deuten sie stark auf eine Verkaufsabsicht hin und nicht auf routinemäßiges Portfolio-Rebalancieren. Diese Welle von Börsenzuflüssen verstärkte die Volatilität in einem ohnehin bereits fragilen Marktumfeld weiter.

Stress erstreckt sich über Einzelhandelsaktivitäten hinaus

Die Kapitulationsdynamik war nicht auf vom Einzelhandel dominierte Plattformen beschränkt. Ähnliches Verhalten wurde auf Coinbase Advanced beobachtet, einer Plattform, die häufig von institutionellen Teilnehmern, professionellen Händlern und aktiven Desks genutzt wird. Am 06.02. erreichten die BTC-Zuflüsse auf Coinbase Advanced ungefähr 27.000 BTC, was einen bemerkenswerten Anstieg im Vergleich zur jüngsten Aktivität darstellt.

Dies deutet darauf hin, dass sich die Nervosität über Einzelhandelsinvestoren hinaus auf anspruchsvollere Marktsegmente erstreckte. Die Konvergenz erhöhter Zuflüsse sowohl bei Binance als auch bei Coinbase unterstreicht die Breite der Risk-off-Reaktion während des Abschwungs.

Bitcoins Bodenbildungsprozess ist möglicherweise noch nicht abgeschlossen

Ein Markt im Verdauungsmodus

Diese Episode veranschaulicht, wie schnelle Preisrückgänge in panikgetriebenes Verhalten eskalieren können, insbesondere unter kurzfristigen Haltern. Kapitulationsereignisse dieser Art fallen oft mit extremen überverkauften Bedingungen zusammen, implizieren aber keine sofortige Stabilisierung oder Erholung.

Stattdessen deuten die Daten auf einen Markt hin, der in eine Verdauungsphase eingetreten ist, in der übermäßige Hebelwirkung und spekulative Positionierung ausgespült werden. Bitcoin hat sich nun in einen Bereich bewegt, in dem der Verkaufsdruck intensiv genug geworden ist, um weitverbreitete Verhaltensänderungen zu erzwingen, und der Markt benötigt möglicherweise Zeit, um diese Ströme zu absorbieren, bevor ein klarerer Richtungstrend entsteht.

Vorerst dient der Anstieg der Börsenzuflüsse als klares On-Chain-Signal dafür, dass sich Kapitulationsdynamiken aktiv entfalten, was die Tiefe der Angst unterstreicht, die während dieser Phase der Korrektur vorhanden ist.

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