Der Ethereum-Kurs hat Anfang Februar sein erwartetes Abwärtsziel bei etwa 1.800 USD erreicht. Er fiel sogar kurz auf 1.740 USD, bevor er wieder stieg. Seitdem hat ETH fast 23 Prozent zugelegt. Dadurch hoffen viele Trader, dass das Schlimmste vorbei ist.
Allerdings sehen Erholungen im Abwärtstrend oft am Anfang stark aus. Die eigentliche Frage ist, ob bei diesem Anstieg wirklich starke Käufer dabei sind. Momentan deuten Charts, On-Chain-Daten und technische Werte darauf hin, dass die Unterstützung weiterhin schwach ist. Einige Warnzeichen zeigen, dass noch ein Risiko nach unten besteht.
Am 5. Februar hat Ethereum auf dem Tages-Chart ein wichtiges Abwärtsmuster abgeschlossen, wie von den Analysten bei BeInCrypto vorhergesagt. Dieses Muster zeigt meist, dass die Verkäufer am Drücker sind. Das Ziel lag bei etwa 1.800 USD. Der Ethereum-Kurs folgte diesem Kurs und fiel am 6. Februar auf 1.740 USD.
Nachdem diese Zone erreicht wurde, konnte ETH etwa 23 Prozent zulegen. Auf den ersten Blick sieht das nach starkem Kaufinteresse beim Dip aus, denn die Kurskerze vom 6. Februar zeigte einen langen unteren Docht. Das Momentum sagt aber etwas anderes.
Zwischen dem 2. und 8. Februar bildete der Kurs immer tiefere Hochs. Gleichzeitig stieg der Relative Strength Index (RSI), der die kurzfristige Stärke misst, an.
Hier bildet sich eine versteckte bärische Divergenz: Das Momentum wird besser, aber der Kurs steigt nicht mit.
Einfach gesagt: Der Kurs kämpft damit, zu steigen, obwohl das kurzfristige Momentum stärker aussieht. Das bedeutet meist, dass im Hintergrund weiterhin Verkäufer aktiv sind. Obwohl das Ziel erreicht wurde, zeigt der Anstieg noch keine starke Überzeugung.
Diese schwache Entwicklung bereitet das nächste Risiko vor.
Weil die Erholung keine starke Fortsetzung zeigt, ist als nächstes die Struktur des Anstiegs wichtig. Auf dem 12-Stunden-Chart bildet Ethereum gerade eine bärische Stange mit Flagge.
Zuerst fiel der Kurs stark ab. Danach erholte er sich innerhalb eines leicht steigenden Kanals. Das ist ein typisches Muster für Fortsetzungen in Abwärtstrends.
Oft führt das zu einer weiteren Abwärtswelle, wenn das Handelsvolumen das Risiko bestätigt. Das On-Balance-Volume, das echte Käufe und Verkäufe anzeigt, ist weiterhin schwach. Es steigt nicht so stark wie der Kurs. Das bedeutet, dass weniger echte Käufer den Anstieg unterstützen. Das OBV steht zudem kurz davor, seine steigende Trendlinie nach unten zu durchbrechen. Falls das Volumen einbricht, könnte dieses Flaggenmuster nicht halten.
Das könnte zu weiteren Verlusten führen, ungefähr 50 Prozent vom unteren Trendlinienbereich aus gerechnet. Um zu verstehen, ob die Käufer hinter dem 23-Prozent-Anstieg das verhindern können, müssen wir die On-Chain-Daten anschauen.
On-Chain-Daten zeigen, dass der jüngste Anstieg vor allem von kurzfristigen Tradern getragen wird und nicht von langfristigen Investoren.
Ein wichtiger Wert ist hier der Short-Term Holder NUPL. Dieser gibt an, ob Käufer mit kurzen Haltezeiten aktuell im Gewinn oder im Minus sind.
Anfang Februar, als Ethereum auf 1.740 USD fiel, sank der short-term holder NUPL auf etwa -0,72. Das lag klar in der Kapitulationszone. Es zeigte große, nicht realisierte Verluste bei frischen Käufern an.
Beim 23-Prozent-Anstieg stieg der NUPL aber auf etwa -0,47. Das ist rund 35 Prozent besser als am Tiefpunkt. Auch wenn der Wert noch negativ ist, zeigt das schnelle Ansteigen, dass viele kurzfristige Trader den Dip gekauft haben.
Dieses Muster ähnelt stark früheren, gescheiterten Bodenbildungen.
Am 10. März 2025 stieg der NUPL ebenfalls auf etwa -0,45, als ETH nahe 1.865 USD gehandelt wurde. Viele dachten damals, der Boden sei erreicht. Einen wirklich stabilen Boden gab es aber erst am 8. April 2025, als der NUPL fast auf -0,80 sank, also rund 75 Prozent tiefer als im März. In dieser Phase waren die meisten Verkäufer erschöpft, und danach folgte eine längere Erholung. Damals lag der Kurs bei etwa 1.470 USD.
Die aktuelle Marktlage ähnelt eher dem Stand von März 2025 als dem von April 2025. Die Verluste haben sich etwas zu früh verringert, was darauf hindeutet, dass die Panik nicht komplett verschwunden ist. Gleichzeitig bleiben langfristige Anleger vorsichtig.
Die 30-Tage-rollierende Hodler-Netto-Positionsänderung, die Investoren misst, die ETH seit mehr als 155 Tagen halten, bleibt negativ. Am 4. Februar lag der Abfluss bei etwa minus 10.681 ETH. Bis zum 8. Februar stieg dieser Wert auf etwa minus 19.399 ETH.
Das bedeutet, dass der Nettoverkauf innerhalb von nur vier Tagen um ungefähr 82 Prozent gestiegen ist. Das zeigt, dass derzeit wenig Überzeugung am Markt herrscht. Folglich wird der aktuelle Kursanstieg hauptsächlich von kurzfristigen Tradern getragen, die auf eine schnelle Erholung setzen, während langfristige Anleger weiterhin ihre Positionen reduzieren.
Alle technischen und On-Chain-Signale deuten jetzt auf eine schwache Marktstruktur hin. Ethereum muss wichtige Widerstandszonen zurückgewinnen, um stabil zu bleiben. Der erste Widerstand liegt bei etwa 2.150 USD.
Ein Kurs oberhalb dieses Levels würde den kurzfristigen Druck verringern. Die wichtigste Ungültigkeitsmarke liegt bei 2.780 USD.
Nur oberhalb dieser Marke würde sich die bärische Struktur wirklich auflösen. Auf der Unterseite bleibt das Risiko aber hoch.
Wichtige Unterstützungszonen sind:
Ein Tagesabschluss unter 1.990 USD würde die Erholung schwächen. Fällt der Kurs unter 1.750 USD, rückt die 1.500-USD-Zone ins Blickfeld. Sollte die bärische Flagge komplett brechen, wäre eine Bewegung in Richtung 1.000 USD möglich.
Das würde einen Rückgang um fast 50 Prozent vom aktuellen Kurs bedeuten. Im Moment bleibt Ethereum noch unter dem wichtigsten Widerstand.
Das Volumen ist gering. Langfristige Holder verkaufen. Zudem bestimmen kurzfristige Trader das Marktgeschehen. Solange sich diese Lage nicht ändert, bleibt das Risiko eines starken Ethereum-Kursrückgangs weiterhin bestehen.
Der Beitrag Ethereum-Kurs erreicht Ziel – Droht jetzt ein Absturz auf 1.000 USD? erschien zuerst auf BeInCrypto - Krypto News.


