Mastercard sucht einen Direktor für Krypto-Flows. Dieser soll Karten ausgeben, die an Stablecoins gebunden sind, DeFi-Zahlungen skalieren und Netzwerkregeln fürMastercard sucht einen Direktor für Krypto-Flows. Dieser soll Karten ausgeben, die an Stablecoins gebunden sind, DeFi-Zahlungen skalieren und Netzwerkregeln für

Mastercard stellt für Krypto ein – Citrini warnt vor möglichem Aus

2026/02/26 15:00
3 Min. Lesezeit

Mastercard sucht einen Direktor für Krypto-Flows. Dieser soll Karten ausgeben, die an Stablecoins gebunden sind, DeFi-Zahlungen skalieren und Netzwerkregeln für Web3-Transaktionen überarbeiten.

Der Job wurde zum ersten Mal von Krypto-Journalist Frank Chaparro am 24. Februar veröffentlicht. Das zeigt, dass Mastercard mehr als nur kleine Tests im Bereich Krypto machen möchte.

Das perfekte Timing entsteht von selbst

Wenige Tage davor veröffentlichte Citrini Research das Szenario „Die globale Intelligenzkrise 2028“. Der Bericht wurde schnell auf Substack bekannt. Er zeigt, dass KI-Agenten immer häufiger Anbieter mit Gebühren ausschließen. Besonders betroffen sind Zahlungsnetzwerke. Citrini nennt dabei Mastercards Quartalszahlen von Anfang 2027 als wichtigen Moment, wenn der Handel mit KI immer mehr Zahlungen per Stablecoins abwickelt, ohne dass Karten verwendet werden.

Die Idee ist einfach: Wenn KI-Agenten für Menschen einkaufen, wird eine Karten-Gebühr von zwei bis drei Prozent schnell zu teuer. Mit Stablecoins ist die gleiche Zahlung fast kostenlos. In dieser Welt verliert Mastercard nicht gegen eine andere Firma, sondern gegen ein Protokollsystem.

Diese Lücke muss Mastercard jetzt schließen

Das Risiko ist nicht nur Theorie. Mit Stablecoins wurden im Jahr 2024 schon 18,4 Billionen USD bewegt – mehr als Visa mit 15,7 Billionen USD und Mastercard mit 9,8 Billionen USD, sagt Artemis Analytics. Der Vergleich passt nicht immer genau, denn vieles davon sind Trades und keine Zahlungen, aber die Richtung ist klar.

Michael Miebach, der Chef von Mastercard, sagte Analysten im Januar, dass Mastercard sich stark mit Stablecoins beschäftigt und der Handel durch Agenten ein Trend sei, bei dem „der Zug abgefahren ist“. Trotzdem bezeichnet er Stablecoins „als eine weitere Währung, die wir in unserem Netzwerk unterstützen“.

Genau das sieht Citrini kritisch. Das Problem ist nicht, dass Stablecoins heute die Karten beim Bezahlen ersetzen. Vielmehr entsteht eine neue Art Handelsform, die ganz anders funktioniert – Maschinen zahlen untereinander, kleine Zahlungen, rund um die Uhr – und das läuft komplett außerhalb der Gestaltung der Kartennetzwerke.

Baust du die Schienen – oder wirst du umfahren?

Die neue Stelle zeigt, dass Mastercard dieses Risiko versteht. Mastercard hat schon einiges vorbereitet: Das Unternehmen hat im Juni 2025 mehrere Stablecoins in sein Netzwerk aufgenommen. Es bietet USDC-Abrechnungen von Circle im Nahen Osten und in Afrika an. Außerdem will Mastercard angeblich das Kryptounternehmen zerohash für 2 Mrd. USD übernehmen.

Doch der Abstand zu Visa bleibt. Die Stablecoinabwicklung von Visa auf der Blockchain kam Ende 2025 auf 3,5 Mrd. USD im Jahr. Krypto-Firmen wie Rain und Reap setzen bei ihren Karten eher auf Visa. Rain schaffte so jährlich mehr als 3 Mrd. USD durch direkte Zusammenarbeit mit Visa. Analysen zeigen: Weil Visa früh auf Krypto setzte, konnte die Firma wachsen. Mastercard konzentrierte sich eher auf Börsen – und machte weniger Umsatz.

Zufall oder Bestätigung?

Ob Mastercard wegen des Berichts von Citrini jetzt mehr einstellt, ist egal. Wichtig ist: Beide – der Bericht von 2028 und Mastercard im Jahr 2026 – sehen das gleiche Problem. Kartennetzwerke, die keinen Handel mit Stablecoins erlauben, werden umgangen und nicht langsam verändert.

Wie Citrini schreibt: Der „Canary“ lebt noch. Die Frage ist nur, ob Mastercard eine Brücke baut, um den Abstand zu schließen – oder ob einfach jemand eingestellt wird, der dabei zusieht, wie der Abstand größer wird.

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