Auf den ersten Blick waren die Quartalszahlen von Nvidia schlicht spektakulär. Ein Umsatz von 68,1 Milliarden Dollar im vierten Quartal, davon allein 62,3 Milliarden aus dem Data Center-Bereich. Die Bruttomarge? Beeindruckende 75 Prozent. Für das kommende Quartal werden sogar 78 Milliarden Dollar Umsatz erwartet.
Aber hinter diesen scheinbar perfekten Zahlen verbirgt sich laut dem Analysten EndGame Macro eine Schwachstelle, die nicht nur Nvidia treffen kann, sondern auch den Bitcoin-Kurs.
Seine Frage lautet: Sind das Zahlen echter Stärke – oder gefährlicher Konzentration?
Das Problem liegt nicht in Betrug oder Bilanzierungstricks. Die Zahlen stimmen. Die Schwäche liegt laut EndGame Macro in der Struktur des Gewinns.
Ein auffälliger Posten ist Other Income. Im vierten Quartal betrug dieser 5,6 Milliarden Dollar, davon 5,5 Milliarden aus Gewinnen auf Aktienbeteiligungen. Das ist echter Gewinn, aber kein operativer Gewinn aus dem Chipverkauf. Wenn sich die Märkte drehen, kann dieser Gewinn genauso schnell verschwinden.
Hinzu kommt eine Lücke zwischen Gewinn und Cashflow. Der Nettogewinn lag bei 43 Milliarden Dollar, während der freie Cashflow 34,9 Milliarden betrug. Immer noch gewaltig, aber der Unterschied zeigt, dass nicht jeder Gewinn gleich „hart“ ist.
Die eigentliche rote Flagge liegt laut EndGame Macro im Betriebskapital.
Die offenen Forderungen (Accounts Receivable) stiegen auf 38,5 Milliarden Dollar, gegenüber 23,1 Milliarden im Vorjahr. Die Lagerbestände verdoppelten sich sogar: von 10,1 auf 21,4 Milliarden Dollar.
Das kann bedeuten, dass Nvidia auf die erwartete Nachfrage vorproduziert. Aber in Halbleiterzyklen ist dies oft das erste Signal, dass eine Boom-Phase ihren Höhepunkt erreicht. Wenn Kunden Bestellungen verschieben oder Zahlungen verzögern, werden diese Posten schnell problematisch.
Noch auffälliger ist das explosive Wachstum nicht handelbarer Aktienbeteiligungen. Diese stiegen von 3,4 Milliarden auf 22,3 Milliarden Dollar. Allein im vergangenen Quartal wurden 12,8 Milliarden in solche Beteiligungen investiert, zuzüglich einer Investition von 13 Milliarden Dollar in Groq.
Das beweist nicht, dass Nvidia Kunden finanziert, um Chips zu kaufen. Aber es zeigt, dass das Unternehmen tief in das KI-Ökosystem eingebunden wird. Wenn ein Teil dieser Ökosystem-Nachfrage indirekt von Nvidia selbst gestützt wird, kann das bei einer Abkühlung der KI-Investitionen hart zurückschlagen.
Der Bitcoin (BTC)-Kurs ist in den vergangenen Jahren stark mit KI-Aktien und insbesondere Nvidia korreliert. Der Grund ist einfach: Nvidia ist das Symbol der aktuellen Risikobereitschaft am Markt.
Solange Hyperscaler und Regierungen massiv in KI-Rechenzentren investieren, fließt Liquidität in Richtung Technologie – und damit auch in Richtung Bitcoin.
Aber wenn:
dann kann das Sentiment unglaublich schnell umschlagen.
Und wenn die größte Wachstumsstory der Wall Street Risse zeigt, verschiebt sich Kapital meist zuerst aus den volatilsten Assets. Bitcoin steht dann ganz oben auf dieser Liste.
Der Data Center-Bereich ist inzwischen praktisch das gesamte Unternehmen Nvidia. Das bedeutet, dass eine kleine Gruppe von Hyperscalern und Regierungen den Grenzpreis bestimmt. Wenn diese Gruppe auch nur wenige Quartale das Gas zurücknimmt, kann die Profitabilität schneller sinken als der Umsatz.
So werden aus „perfekten Quartalen“ unangenehme Quartale.
Und in einem Markt, in dem Bitcoin zunehmend als High-Beta-Tech gesehen wird, kann eine unerwartete Abkühlung im KI-Bereich der Auslöser für eine scharfe Korrektur sein.
Die Zahlen von Nvidia waren beeindruckend. Aber wenn EndGame Macro recht hat, liegt die eigentliche Schwachstelle nicht in dem, was sichtbar ist – sondern in dem, was passiert, wenn der KI-Zyklus kurz pausiert.
Und dann kann der Bitcoin-Kurs deutlich heftiger reagieren, als Anleger es derzeit erwarten.
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