Mehr als 8,72 Mrd. USD in Bitcoin- und Ethereum-Optionen laufen heute aus. Das ist das größte Derivate-Ereignis im Februar.
Diese auslaufenden Optionen stellen für den Kryptomarkt einen wichtigen Wendepunkt dar. Die Volatilität bleibt hoch und die Stimmung ist fragil.
Bitcoin macht den größten Teil der offenen Positionen aus: 114.705 Kontrakte mit einem Nominalwert von 7,74 Mrd. USD stehen zur Abrechnung an.
Ethereum folgt mit 478.992 Kontrakten im Wert von etwa 975 Mio. USD. Zusammen machen diese Verfallstermine etwa 20 Prozent des gesamten Open Interest aus, was auf eine mögliche Marktauswirkung hinweist.
Bei den aktuellen Kursen liegen beide Coins deutlich unter ihrem jeweiligen „Max Pain“-Level. Dies ist der Kurs, bei dem die meisten Optionen wertlos verfallen.
Bitcoin wird bei 67.828 USD gehandelt, während das Max-Pain-Level bei 75.000 USD liegt. Ethereum wird bei etwa 2.036 USD gehandelt und bleibt damit unter der 2.200-USD-Schwelle für maximalen Schmerz.
Das offene Call-Interesse (OI) dominiert bei beiden Coins. Bei Bitcoin gibt es 66.300 Calls und 48.405 Puts, was zu einem Put-Call-Verhältnis von 0,73 führt. Ethereum kommt auf ein Verhältnis von 0,78 mit 268.642 Calls und 210.350 offenen Puts.
Analysten bei Deribit sagen zudem, das Call-Interesse führe bei beiden Coins. Dabei bringt Bitcoin das größere Volumen in die Abrechnung. Dies könnte für stärkere Kursbewegungen sorgen, falls sich die Hedging-Aktivitäten verstärken.
Die Volatilitätsdaten zeigen ein gemischtes Bild. Laut Deribit liegt der DVOL-Index von Bitcoin aktuell bei 53. Die implizite Volatilität (IV) ist mit einer Perzentile von 87,7 hoch im Vergleich zur eigenen Historie.
Der DVOL von Ethereum ist mit 70 zwar absolut höher, aber die IV-Perzentile von 55,7 zeigt, dass dies im historischen Vergleich weniger extrem ist.
Trotzdem liegt die Volatilität von Ethereum etwa 15 bis 20 Punkte über der von Bitcoin auf der gesamten Laufzeitstruktur. Das deutet darauf hin, dass Trader bei ETH mit deutlich mehr Unsicherheit rechnen.
Die Laufzeitstruktur bleibt bei beiden Coins im Contango, wobei das Volatilitäts-Aufgeld hauptsächlich auf den Februar-Verfall konzentriert ist.
Anfang dieses Monats sank der 25-Delta-Skew bei Bitcoin und Ethereum auf etwa -30. Das zeigt, dass viele Marktteilnehmer sich gegen fallende Kurse absichern wollten, als die Preise stark gefallen sind.
Seitdem hat sich der Skew schrittweise auf etwa -8 bis -9 erholt. Das bedeutet, dass die Panik beim Absichern nachgelassen hat. Trotzdem bleibt der Skew negativ. Somit zeigt der Markt weiterhin eine defensive Haltung. Laut Analysten von Greeks.live ist der gesamte Markt weiter träge.
Anfang Februar wurde die 60.000-USD-Marke beim Bitcoin kurz getestet und der Coin bewegt sich seitdem schwach darüber.
Obwohl eine kleine Erholung über zwei Tage die implizite Volatilität steigen ließ (BTC Hauptlaufzeit-IV bei 47 Prozent, ETH bei 65 Prozent), bleibt das Vertrauen gering.
Der Anstieg der Skew-Werte zeigt, dass einige auf einen Boden setzen. Die Firma warnt jedoch, dass der Markt weiter fest im Bärenmodus bleibt.
Besonders wichtig: Analysten sagen, der Kryptomarkt hat derzeit weder neue Geldzuflüsse noch klare Auslöser. Zudem prägen weiterhin pessimistische Stimmen die sozialen Medien. Auch wenn die extreme Angst etwas nachlässt, bleibt die Überzeugung hinter dem Kampf nach oben noch schwach.
Da sowohl der Bitcoin-Kurs als auch der Ether-Kurs deutlich unter ihren Max-Pain-Leveln liegen, könnten die Kurse vor dem heutigen Optionsverfall steigen. Dadurch könnte ein sogenannter „Pain-Trade“ noch stärker werden.
Allerdings könnte die geringe Nachfrage dazu führen, dass die Schwankungen nach dem Verfall kleiner werden. Die Derivate-Märkte rechnen dann zwar mit weniger Panik, aber es gibt noch kein neues Vertrauen.
Der Beitrag Februar: Optionen im Wert von 8,72 Mrd. USD laufen aus – Kommt jetzt der große Schmerz im Markt? erschien zuerst auf BeInCrypto - Krypto News.


