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Handelsblatt-Analyse: Bitcoin wird zum Stimmungsindikator im Iran-Konflikt

2026/03/10 03:49
3 Min. Lesezeit
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Die geopolitischen Spannungen rund um den Krieg im Iran wirken sich spürbar auf die Finanzmärkte aus. Laut einer Analyse von Handelsblatt-Redakteur Andreas Neuhaus zeigt sich dabei eine ungewöhnliche Entwicklung: Nicht Gold, sondern Bitcoin (BTC) dient derzeit als wichtigster Stimmungsindikator für Anleger.

Neuhaus, der beim Handelsblatt das Team „Geldanlage & Märkte“ leitet, schreibt, dass Investoren aktuell „nur auf den Bitcoin schauen“ müssten, um ein Gefühl für die Stimmung an den Märkten zu bekommen. Damit übernimmt die Kryptowährung eine Rolle, die traditionell dem Goldpreis zugeschrieben wird.

Gold verliert seine Rolle als Krisenbarometer

Normalerweise gilt Gold als sicherer Hafen in Zeiten geopolitischer Unsicherheit. Wenn die Stimmung an den Aktienmärkten schlechter wird, steigt häufig die Nachfrage nach dem Edelmetall.

Doch diesmal zeigt sich laut Neuhaus ein anderes Bild. Trotz des Beginns der militärischen Angriffe im Iran fiel der Goldpreis in der vergangenen Woche um rund zwei Prozent. Gründe dafür sind unter anderem der starke US-Dollar sowie steigende Zinserwartungen. Zudem ist der Goldpreis in den vergangenen zwei Jahren bereits um etwa 140 Prozent gestiegen. Da Gold keine Zinsen abwirft und in US-Dollar gehandelt wird, verliert es unter solchen Bedingungen an Attraktivität.

Bitcoin reagiert direkt auf geopolitische Nachrichten

Während Gold kaum reagiert, zeigt Bitcoin deutliche Kursbewegungen bei neuen Entwicklungen im Konflikt. Laut Neuhaus hat sich die Kryptowährung deshalb zu einem „Seismografen für die globale Risikobereitschaft von Anlegerinnen und Anlegern“ entwickelt.

Als die USA und Israel am 28. Februar ihre Angriffe auf den Iran starteten, fiel der Bitcoin-Kurs laut der Analyse prompt um rund sieben Prozent. Der Kryptomarkt reagiert besonders schnell auf solche Ereignisse, da er rund um die Uhr handelbar ist.

Später erholte sich der Kurs wieder, nachdem Berichte über den Tod des iranischen Führers Ali Chamenei Hoffnung auf eine begrenzte militärische Operation weckten. Auch mögliche Hinweise auf Friedensgespräche sorgten zeitweise für Optimismus unter Investoren.

Kapitalflüsse in Bitcoin-ETFs zeigen Stimmungswechsel

Neuhaus verweist zudem auf die Entwicklung bei börsengehandelten Bitcoin-Fonds (ETFs). Diese Produkte ermöglichen vor allem institutionellen Anlegern einen einfachen Zugang zum Kryptomarkt.

Von Montag bis Mittwoch flossen laut Handelsblatt rund 1,1 Milliarden Dollar in Bitcoin-ETFs. Viele Anleger sahen den Kursrückgang offenbar als Einstiegschance.

Doch nur wenige Tage später änderte sich das Bild. Nachdem der ehemalige US-Präsident Donald Trump erklärte, der Krieg könne nur mit einer bedingungslosen Kapitulation enden, kehrte Unsicherheit an die Märkte zurück. Am Donnerstag und Freitag wurden insgesamt etwa 577 Millionen Dollar aus Bitcoin-ETFs abgezogen.

Zwei wichtige Kursmarken für Anleger

Der Bitcoin-Kurs bewegt sich derzeit um etwa 68.000 Dollar. Laut Neuhaus deutet dieses Niveau auf eine angespannte, aber noch nicht panische Marktstimmung hin.

Für Investoren könnten nun zwei Kursmarken besonders wichtig werden. Steigt Bitcoin über 74.000 oder sogar 75.000 Dollar, könnte das laut der Handelsblatt-Analyse ein Signal sein, dass Anleger an ein schnelles Ende des Konflikts glauben. Fällt der Kurs dagegen unter rund 63.000 Dollar, könnte sich die Nervosität an den Märkten weiter verstärken.

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