Der Kryptomarkt hat in den vergangenen Wochen deutlich nachgegeben. Bitcoin (BTC) und viele Altcoins standen unter Druck, während geopolitische Spannungen, steigende Ölpreise und schwache US-Konjunkturdaten für Unsicherheit an den Märkten sorgten. Trotzdem zeigt sich Bitcoin nach Ansicht des Blockchain-Investors Oliver Michel erstaunlich stabil.
Im Interview mit Der Aktionär TV erklärte Michel, warum er den aktuellen Rücksetzer noch nicht als Ende des Zyklus interpretiert – und weshalb er weiterhin eine mögliche Rally bei ausgewählten Altcoins sieht.
In den vergangenen sechs Wochen ging es für viele Kryptowährungen deutlich nach unten. Gleichzeitig belasteten mehrere Faktoren die globalen Finanzmärkte. Dazu zählen unter anderem ein stark gestiegener Ölpreis sowie schwache Arbeitsmarktdaten aus den USA.
Trotz dieser Kombination habe sich Bitcoin laut Michel vergleichsweise robust entwickelt. Während Aktienindizes teilweise stärker korrigierten, bewegte sich Bitcoin zuletzt überwiegend seitwärts.
Aus seiner Sicht ist das ein Hinweis darauf, dass sich der Markt aktuell in einer Phase der Bodenbildung befinden könnte. Solche Phasen könnten mehrere Wochen dauern und seien im Kryptomarkt nichts Ungewöhnliches.
Zusätzliche Unterstützung sieht Michel außerdem bei den Spot-Bitcoin-ETFs. Diese hätten zuletzt weiterhin Kapitalzuflüsse verzeichnet und könnten langfristig für zusätzliche Liquidität im Markt sorgen.
Besonders auffällig ist laut Michel das Verhalten der Altcoins in diesem Zyklus. In früheren Bullenmärkten habe sich meist ein klares Muster gezeigt: Nachdem Bitcoin ein neues Allzeithoch erreicht hatte, folgte zeitversetzt eine starke Altcoin-Rally.
Dieses Muster sei diesmal bisher ausgeblieben.
Große Altcoins wie Ethereum (ETH) oder XRP (XRP) hätten ihre Hochpunkte zeitlich teilweise sogar vor Bitcoin erreicht. Anschließend sei keine klassische Altcoin-Saison entstanden, wie sie in früheren Marktzyklen zu beobachten war.
Für Michel ist das ein ungewöhnlicher Verlauf. Eine mögliche Erklärung sei, dass der aktuelle Marktzyklus noch nicht vollständig abgeschlossen ist und eine entsprechende Bewegung bei Altcoins noch folgen könnte.
Sollte es tatsächlich zu einer neuen Aufwärtsphase kommen, erwartet Michel allerdings keine Rally über den gesamten Altcoin-Markt. Dafür sei die Zahl der existierenden Kryptowährungen inzwischen schlicht zu groß.
Stattdessen dürfte sich Kapital vor allem auf größere Projekte konzentrieren. Dazu gehören seiner Einschätzung nach etablierte Coins mit realem Nutzen oder klaren Anwendungsfällen.
Insbesondere die größten Altcoins nach Marktkapitalisierung könnten in einer möglichen Erholungsphase überdurchschnittlich profitieren.
Entscheidend für die weitere Entwicklung bleibt aus Michels Sicht vor allem das makroökonomische Umfeld. Die Geldpolitik der US-Notenbank, mögliche Zinssenkungen sowie politische Entscheidungen in den USA könnten den Markt stark beeinflussen.
Sollte mehr Liquidität in die Märkte fließen oder regulatorische Klarheit entstehen, könnte das sowohl Aktien als auch Kryptowährungen zusätzlichen Rückenwind geben.
Ob sich daraus tatsächlich eine neue Rally entwickelt, dürfte sich allerdings erst in den kommenden Monaten zeigen.
Het bericht Bitcoin stabil trotz Krise – Experte erwartet Altcoin-Rally verscheen eerst op Crypto Insiders.


