A16z unterstützt die CFTC im Rechtsstreit über Vorhersagemärkte
Joerg Hiller 03.05.2026 16:18
A16z unterstützt die CFTC und argumentiert, dass Bundesrecht staatliche Verbote von Vorhersagemärkten wie Kalshi außer Kraft setzt, und verweist dabei auf die Vorteile für Liquidität und Preisvorhersage.
Andreessen Horowitz (A16z) hat sich in den wachsenden Rechtsstreit über Vorhersagemärkte eingeschaltet und ein 18-seitiges Schreiben zur Unterstützung der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) eingereicht, während diese gegen staatliche Regulierungsbehörden vorgeht. Das Venture-Capital Unternehmen argumentiert, dass Bundesrecht staatliche Bemühungen, Plattformen wie Kalshi und Polymarket zu verbieten, außer Kraft setzt, und betont, dass solche Einschränkungen die Marktliquidität und die Bundesaufsicht untergraben.
Das Schreiben, das als Reaktion auf den von der CFTC vorgeschlagenen Regelungsentwurf zu Vorhersagemärkten eingereicht wurde, richtet sich gegen Maßnahmen auf staatlicher Ebene – von Unterlassungsverfügungen bis hin zu Strafanzeigen –, die auf diese Plattformen abzielten. A16z ist der Ansicht, dass die Verpflichtung von Börsen, Nutzer aufgrund ihres Wohnsitzstaates zu sperren, im Widerspruch zum Auftrag der CFTC steht, einen unparteiischen Zugang zu bundesregulierten Märkten zu gewährleisten. „Die Verpflichtung, Nutzern in Bundesstaaten, die bestimmte Ereigniskontrakte lizenzieren oder verbieten wollen, den unparteiischen Zugang zu verweigern, wird die verfügbare Liquidität wahrscheinlich erheblich einschränken", schrieb das Unternehmen.
Bundesrecht vs. staatliche Zuständigkeit
Im Mittelpunkt dieses Streits steht die Frage, ob Vorhersagemärkte unter staatliche Glücksspielgesetze oder bundesweite Rohstoffvorschriften fallen. Staatsanwälte der Bundesstaaten argumentieren, dass Kontrakte, die an Ergebnisse wie Wahlen oder Sport geknüpft sind, unlizenzierten Glücksspielen gleichkommen. A16z hält dem entgegen, dass die CFTC – nicht die Bundesstaaten – die Befugnis besitzt, im Rahmen ihrer jahrzehntelangen Aufsicht über Ereigniskontrakte zu definieren, was „Gaming" ausmacht.
Es geht dabei nicht nur um einen Kampf um regulatorisches Terrain, sondern auch um die Marktstruktur. Vorhersagemärkte, die es Nutzern ermöglichen, Kontrakte auf die Wahrscheinlichkeit bestimmter Ereignisse zu handeln, sind auf Liquidität angewiesen, um effektiv zu funktionieren. A16z argumentiert, dass staatliche Verbote den Markt fragmentieren, die Beteiligung verringern und die Preise verzerren. Plattformen wie Kalshi und Polymarket dominieren das monatliche Handelsvolumen von 25,7 Milliarden US-Dollar (Stand März 2026), wobei über 80 % der Nutzer als Privatanleger eingestuft werden, was den Zugang entscheidend macht.
Gesellschaftlicher Nutzen und Blockchain-Aufsicht
A16z ist über rechtliche Argumente hinausgegangen und hat die umfassenderen Vorteile von Vorhersagemärkten hervorgehoben. Das Unternehmen beschreibt diese Plattformen als einzigartige Instrumente zur Preisvorhersage, die kollektive Intelligenz bündeln, um unsichere Ergebnisse vorherzusagen. Darüber hinaus verweist A16z auf die On-Chain-Überprüfbarkeit Blockchain-basierter Plattformen und behauptet, dass dies die regulatorische Aufsicht verbessert und Risiken wie Insiderhandel oder Marktmanipulation reduziert.
Kritiker argumentieren jedoch, dass die Wirksamkeit dieser Märkte von einer kleinen, gut informierten Elite abhängt und nicht von breiter kollektiver Weisheit. Jüngste Studien deuten darauf hin, dass die meisten Privatanleger Geld verlieren, während eine Handvoll Insider die Preise festlegt.
Polymarket plant Rückkehr in die USA
Vor diesem Hintergrund soll Polymarket Berichten zufolge in Gesprächen mit der CFTC sein, um das Verbot aufzuheben, das US-Nutzern den Zugang zur Hauptplattform blockiert. Die Einschränkung geht auf einen Vergleich aus dem Jahr 2022 zurück, bei dem die Plattform eine Strafe von 1,4 Millionen US-Dollar für das Anbieten nicht registrierter Ereigniskontrakte zahlte. Eine vollständige Rückkehr würde eine formelle Abstimmung der CFTC erfordern, obwohl der Fortschritt beschleunigt werden könnte, da vier Kommissarssitze vakant bleiben.
Die rechtliche Lage für Vorhersagemärkte bleibt volatil, nachdem die CFTC kürzlich Bundesstaaten wie Illinois und New York verklagt hat, weil sie versucht haben, Glücksspielgesetze auf bundesregulierte Plattformen anzuwenden. A16zs Engagement signalisiert einen wachsenden Widerstand des Privatsektors gegen staatliche Eingriffe und ebnet den Weg für eine mögliche Beteiligung des Obersten Gerichtshofs.
Während die regulatorischen Auseinandersetzungen zunehmen, wird das Ergebnis nicht nur die Zukunft der Vorhersagemärkte prägen, sondern auch übergeordnete Fragen zur Bundes- versus staatlichen Autorität im Krypto- und Finanzinnovationsbereich aufwerfen.
Bildquelle: Shutterstock- cftc
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