Ausländische Investoren trennen sich von koreanischen Aktien im schnellsten Tempo in der aufgezeichneten Geschichte, dennoch erreicht Südkoreas Kospi weiterhin neue Allzeithochs – angetrieben von Halbleiter-Giganten und einer Welle von Privatkäufen, wie sie der Markt noch nie zuvor gesehen hat.
Ausländische Investoren haben seit Beginn des Jahres 2026 mehr als 112 Billionen Won, was über 74 Milliarden US-Dollar entspricht, an koreanischen Aktien abgestoßen.
Diese Zahl allein macht dies zum aggressivsten ausländischen Rückzug aus einem einzelnen asiatischen Aktienmarkt in der aufgezeichneten Geschichte.
Der März 2026 markierte den bisher schärfsten Verkauf innerhalb eines einzigen Monats. Ausländische Investoren stießen innerhalb dieses Monats 43,5 Billionen Won oder rund 29,5 Milliarden US-Dollar an koreanischen Aktien ab. Diese Zahl brach jeden bisherigen Monatsrekord mit großem Abstand.
Samsung Electronics und SK Hynix verzeichneten die stärksten Abflüsse, da globale Fonds ihr Engagement in beiden Chipherstellern trotz ihrer starken Gewinnentwicklung reduzierten.
Im Mai stieg der Verkaufsdruck erneut. Ausländische Investoren zogen innerhalb einer einzigen Woche 13,2 Milliarden US-Dollar aus koreanischen Aktien ab.
Dies trieb den Kospi Volatility Index auf Rekordnähe und löste kurzzeitig den Sidecar-Mechanismus der Börse aus, nachdem die Kospi 200-Futures in rascher Folge um 5 % gefallen waren.
Trotz des historischen Ausmaßes der ausländischen Abflüsse hat der Kospi weiterhin neue Allzeithochs erreicht und im Jahr 2026 sowohl die 7.000- als auch die 8.000-Punkte-Marke überschritten.
Die Widerstandsfähigkeit des Index ist direkt auf eine Kraft zurückzuführen – südkoreanische Privatanleger, die mit außerordentlicher Aggressivität einspringen, um jede Welle ausländischer Verkäufe aufzufangen.
Was diesen Privatanleger-Ansturm besonders macht, ist das Ausmaß, in dem einzelne Investoren ihre Positionen finanzieren. Berichten zufolge lösen Südkoreaner Lebensversicherungen auf und nehmen Privatkredite auf, um gezielt Aktien zu kaufen, und leiten Fremdkapital in einen Markt, der bereits auf Rekordniveau bewertet wird.
Citigroup-Strategen wiesen ausdrücklich auf die Situation hin und stellten fest, dass der koreanische Markt deutlich überkaufter erschien als U.S. Aktien.
Als Vorsichtsmaßnahme wird die Hälfte des bullischen Korea-Engagements reduziert. Die Bank verwies auf die Begeisterung der Privatanleger und den margengetriebenen Kauf als die primären Faktoren, die das Abwärtsrisiko bei einem Stimmungsumschwung erhöhen.
Koreas Gewichtung im MSCI Emerging Markets Index stieg nach dem MSCI-Review im Mai von 15,4 % auf 21,7 %. Analysten schätzten die Wahrscheinlichkeit eines positiven Ergebnisses beim Juni-Review zur Klassifizierung als Industriemarkt auf 60 %.
Dieses Ergebnis könnte, wenn es eintritt, passive Mittelflüsse zurück in koreanische Aktien lenken – und damit ein potenzielles Gegengewicht zu den unaufhörlichen ausländischen Verkäufen bieten, die das Jahr 2026 bisher geprägt haben.
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