Obwohl am Samstag ein Vertrag zur Beendigung des US-Krieges gegen Iran in greifbarer Nähe schien, drohen die Verhandlungen an einer entscheidenden „Fähigkeit" zu scheitern, die Präsident Donald Trump fehlt – einer Fähigkeit, die der ehemalige Präsident Ronald Reagan in seiner ersten Amtszeit entschieden unter Beweis gestellt hat, wie ein politischer Analyst und Experte diese Woche warnte.
Trump prahlte am Samstag damit, dass ein Abkommen zur Beendigung des Krieges „weitgehend ausgehandelt" worden sei, gefährdete jedoch binnen weniger Tage seine eigenen Verhandlungen, indem er eine Forderung in letzter Minute an Länder des Nahen Ostens stellte und am Montag neue Angriffe auf den Iran autorisierte.

Und doch warnte Trita Parsi, Mitgründer des Quincy Institute for Responsible Statecraft, am Montag, dass der Präsident nicht die „größte Bedrohung" für die Erreichung des Friedens sei – auch wenn Trumps Handlungen unter die Lupe genommen wurden, da sie möglicherweise einen Weg zu einer verhandelten Einigung gefährden könnten.
„In den letzten Tagen war es nicht der Persische Golf, der als größte Bedrohung für den Vertrag hervortrat. Es war Israels mögliche Weigerung, sich vollständig an den regionalen Waffenstillstand zu halten und seine Bombardierung des Libanon einzustellen. Diese Gefahr bleibt akut", schrieb Parsi in einer Analyse, die er am Montag auf seinem Substack veröffentlichte.
Der Iran hat als zentrale Bedingung in seinen Verhandlungen mit der Trump-Regierung gefordert, dass Israel seine Bombardierung des Südlibanons einstellt – eine Forderung, die Israel weitgehend ignoriert hat.
Am Freitag führte Israel im Südlibanon einen sogenannten „Double Tap"-Angriff durch – dabei folgt auf einen ersten Angriff ein zweiter, der auf Rettungskräfte wie Sanitäter abzielt. Laut dem libanesischen Gesundheitsministerium wurden seit Anfang März mehr als 3.100 Libanesen durch israelische Luftangriffe getötet und fast 10.000 verletzt.
Um ein Friedensabkommen zu sichern, könnte Trump Israels Einhaltung fordern, ähnlich wie er es im April erfolglos versucht hatte, als er ausdrücklich verlangte, dass Israel seine Angriffe auf den Libanon einstellt. Die israelischen Angriffe gingen jedoch weiter, wobei Parsi auf ein ähnliches Szenario aus dem Jahr 1982 hinwies, das jedoch eine ganz andere Reaktion des damaligen US-Präsidenten hervorrief.
„Trump könnte sich immer noch dafür entscheiden, amerikanische Interessen an erste Stelle zu setzen und Israel zur Einhaltung zu zwingen, so wie Ronald Reagan es 1982 tat, als er Premierminister Menachem Begin dazu drängte, Israels verheerende Offensive im Libanon zu stoppen", schrieb Parsi.
„Reagan soll Empörung über die Bombardierung Beiruts geäußert und Begin gewarnt haben, dass Amerikas Unterstützung nicht als selbstverständlich angesehen werden könne. Binnen Stunden hörte die Bombardierung auf. Trump hingegen hat bisher kaum die Fähigkeit gezeigt, eine nachhaltige israelische Einhaltung seiner Forderungen sicherzustellen."


