Im Februar veröffentlichte Dokumente enthüllen, dass ein US-Bundesrichter fünf Durchsuchungsbefehle der Trump-Regierung im Zusammenhang mit der Strafverfolgung nach dem FACE Act gegen die Cities Church abgelehnt hat – ein Verfahren, das vor allem durch die Anklage gegen den ehemaligen CNN-Reporter Don Lemon bekannt wurde.
Der Fall betraf eine Gruppe von Protestierenden, die eine Versammlung in einer Kirche in St. Paul störte, deren Pastor mit der Einwanderungs- und Zollbehörde zusammenarbeitete – zu einem Zeitpunkt, als Bundesbeamte die Stadt Minneapolis faktisch übernommen hatten. Die Regierung berief sich auf den FACE Act, der üblicherweise zum Schutz des Zugangs zu Abtreibungskliniken eingesetzt wird, aber auch eine selten genutzte Bestimmung zum Schutz von Gottesdiensten enthält.

Richter John Docherty hatte jedoch Einwände gegen alle Informationen, die der Homeland-Security-Sonderagent Timothy Gerber anforderte – insbesondere gegen einen Durchsuchungsbefehl für die Abonnenten von Lemons YouTube-Konto.
„Obwohl in der Anklageschrift steht, dass Herr Lemon eine internetbasierte Sendung namens ‚The Don Lemon Show' hat, findet sich in der Anklageschrift kein Hinweis darauf, dass Herr Lemon einen YouTube-Kanal besitzt", schrieb Docherty. „Aber die Hauptschwierigkeit bei diesem speziellen Antrag auf einen Durchsuchungsbefehl und der Grund, warum er besorgniserregend ist, liegt in einem anderen Grund."
Konkret sagte der Richter: „In Anlage B sind die Gegenstände aufgeführt, die Google an die Regierung übergeben soll, sowie die Gegenstände, die die Regierung einziehen darf. Der Durchsuchungsbefehl verlangt ‚Abonnenteninformationen in jeder gespeicherten Form', einschließlich der Namen der Abonnenten, der Post-, Wohn-, Geschäftsadressen und E-Mail-Adressen der Abonnenten, der Telefonnummern der Abonnenten sowie der IP-Adressen, von denen aus auf die ‚Don Lemon Show' zugegriffen wurde, unter anderem."
„Es wird kein Versuch unternommen zu erklären, warum die Zusammenstellung eines umfassenden Verzeichnisses der Abonnenten der ‚Don Lemon Show' durch die Regierung ein Beweis dafür ist, dass eine Straftat begangen wurde", schrieb Docherty.
Die Regierung behauptet, dass Lemon daran beteiligt war, Kirchgänger aufgrund ihrer Überzeugungen einzuschüchtern. Lemon hat darauf bestanden, nichts dergleichen getan zu haben und lediglich als Journalist bei der Protestkundgebung anwesend gewesen zu sein.


