Ein Google-Ingenieur wurde von US-Staatsanwälten angeklagt, angeblich vertrauliche Suchtrenddaten verwendet zu haben, um auf den Polymarket-Vorhersagemärkten, die mit Googles jährlichem „Year in Search"-Ranking verknüpft sind, mehr als 1 Million Dollar zu verdienen – einer der bisher bekanntesten Insider-Trading-Fälle im Zusammenhang mit kryptobasierten Event-Märkten.
Bundesstaatsanwälte in Manhattan gaben an, dass Michele Spagnuolo, ein in der Schweiz ansässiger Google-Sicherheitsingenieur, nicht-öffentliche interne Suchdaten nutzte, um hochpräzise Wetten darauf zu platzieren, welche Prominenten und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens die Google-Suchrankings 2025 dominieren würden. Die Wetten wurden angeblich unter dem Pseudonym „AlphaRaccoon" auf Polymarket platziert, wie aus entsiegelten Gerichtsakten hervorgeht.
Die Behörden behaupten, Spagnuolo habe nach dem Einsatz von rund 2,7 Millionen Dollar in Dutzenden von Trades zwischen Oktober und Dezember 2025 einen Gewinn von etwa 1,2 Millionen Dollar erzielt. Die Staatsanwälte sagten, der Ingenieur habe privilegierten Zugang zu internen Google-Analysetools ausgenutzt, bevor das Unternehmen seine Jahresend-Suchdaten öffentlich veröffentlichte.
Die Klage enthält Vorwürfe, dass Spagnuolo überraschende Suchanstiege im Zusammenhang mit Musikern und viralen Nachrichtenereignissen, darunter der unabhängige Künstler D4vd, präzise vorhergesagt habe. Ermittler sagten, dass der Zeitpunkt und die Genauigkeit der Wetten sofortige Verdachtsmomente bei Marktteilnehmern auslösten – Online-Krypto-Communities hatten bereits Monate vor der Verhaftung spekuliert, dass ein Händler Zugang zu geleakten Google-Daten hatte.
Spagnuolo sind unter anderem folgende Anklagepunkte vorgeworfen:
Google erklärte, der Mitarbeiter sei beurlaubt worden und das Unternehmen kooperiere mit den Behörden. Die Staatsanwälte beschrieben den Fall als Warnsignal für Insider-Trading auf aufkommenden Vorhersagemärkten, wo Regulierungsbehörden die Nutzung privilegierter Informationen zunehmend unter die Lupe nehmen.
Der Fall erhöht den Druck auf Betreiber von Vorhersagemärkten, da Regulierungsbehörden und Gesetzgeber debattieren, ob Plattformen, die auf ereignisbasiertem Wetten aufgebaut sind, denselben Marktmissbrauchsregeln unterliegen sollten, die für das traditionelle Finanzwesen gelten. Es ist zudem die zweite bedeutende verhaftungsbezogene Insider-Trading-Angelegenheit im Zusammenhang mit Vorhersagemärkten im Jahr 2026.
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