Vertiv Holdings (VRT) war einer der herausragenden Performer des Jahres 2026 und ist seit Jahresbeginn um fast 90 % auf 333,05 $ gestiegen. Die Frage ist nun, ob noch weiteres Aufwärtspotenzial besteht.
Vertiv Holdings Co, VRT
Eine weitverbreitete Bewertungseinschätzung setzt VRT bei 408,64 $ an, womit der aktuelle Kurs einen Abschlag von 18,5 % gegenüber dieser Schätzung aufweist. Das Bullen-Szenario stützt sich auf Vertivs Auftragsbestand von 15 Milliarden $, die Co-Entwicklungsarbeit mit NVIDIA und den anhaltenden Wandel hin zur Flüssigkühlung in KI-Rechenzentren.
Das Unternehmen hat zudem seine Jahresprognose für 2026 angehoben und zwei Übernahmen abgeschlossen – ThermoKey und Strategic Thermal Labs – die beide seine Position im Thermomanagement für Hochleistungsrechenumgebungen stärken.
Vertivs durchschnittliches Analysten-Kursziel liegt bei rund 380 $, was etwa 13,6 % über dem aktuellen Niveau liegt. Selbst nach dem starken Anstieg wird die Aktie noch unterhalb des vom Markt erwarteten Niveaus gehandelt.
Das Bären-Szenario lässt sich auf diesem Niveau schwerer ignorieren. VRT wird mit einem KGV von 82,1x gehandelt. Das ist mehr als das Doppelte des US-Branchendurchschnitts für Elektrounternehmen von 39,7x und deutlich über dem Peer-Durchschnitt von 40x.
Das modellbasierte „faire" KGV liegt bei rund 62,5x, was bedeutet, dass die Aktie bereits eine hohe Erwartungshaltung einpreist. Jeder Rückschlag bei den Margen oder beim Umsatzwachstum könnte die Erwartungen schnell zurücksetzen.
Es besteht auch ein Kundenkonzentrationsrisiko. Vertivs Umsatz ist stark an eine Handvoll Hyperscale-Kunden gebunden. Sollten die KI-Kapitalausgaben nachlassen oder einer dieser Kunden zurückrudern, wären die Auswirkungen auf Vertiv überproportional groß.
Auch der Wettbewerb im Bereich Flüssigkühlung nimmt zu. Mit dem Wachstum des Marktes drängen immer mehr Anbieter hinein, was langfristig den Preisdruck erhöhen und die Margen komprimieren könnte.
Am 19.06. äußerte sich Jim Cramer in seiner Sendung zu VRT. Er räumte ein, dass die Aktie zuletzt zurückgegangen ist, und führte einen Teil des Verkaufsdrucks auf eine Rotation in SpaceX-bezogene Werte zurück.
Cramer verwies auch auf Kommentare von Vertiv-Chairman Dave Cote, der nach seinen Worten in der Vorwoche öffentlich „eine sehr positive Geschichte über eine große Anzahl von Aufträgen" erzählt habe.
VRT legte am 19.06. zum Zeitpunkt von Cramers Kommentaren um 4,87 % zu.
Der Auftragsbestand der Aktie von 15 Milliarden $ und ihre Rolle als Lieferant von Strom- und Kühlinfrastruktur für KI-Rechenzentren bleiben das Kernargument des Bullen-Szenarios für das zweite Halbjahr 2026.
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