Ledger hat seine Ledger-IPO-Pläne auf Eis gelegt und verweist dabei auf schwierige Marktbedingungen und ein schwaches Anlegerinteresse an Krypto-Auflistungen.
Ledger, der französische Krypto-Hardware-Wallet-Hersteller, hat seine Pläne für einen US-Börsengang vorübergehend auf Eis gelegt, wie zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen berichten.
Das Unternehmen hatte eine New Yorker Auflistung bei einer Bewertung von rund 4 Milliarden US-Dollar in Betracht gezogen und hat keinen S-1-Registrierungsentwurf bei der U.S. Börsenaufsichtbehörde SEC eingereicht – dem üblichen ersten formalen Schritt in Richtung einer US-Auflistung.
Ledger hatte Anfang dieses Jahres Goldman Sachs, Jefferies und Barclays beauftragt, das Angebot zu begleiten. Ein Ledger-Sprecher lehnte eine Stellungnahme ab. Das Unternehmen könnte stattdessen eine Private Finanzierungsrunde anstreben, so eine der mit der Angelegenheit vertrauten Personen.
Die Entscheidung spiegelt eine allgemeine Abkühlung des Anlegerinteresses an krypto-nativen US-Auflistungen wider. Schwächere Token-Preise, niedrigere Handelsvolumina und volatile Aktienmärkte haben institutionelle Anleger selektiver werden lassen.
BitGo, das einzige krypto-native Unternehmen, das 2026 an die Börse ging, sammelte im Januar 213 Millionen US-Dollar zu 18 US-Dollar pro Aktie ein, nachdem der Preis über dem vermarkteten Bereich lag. Diese Aktien sind seitdem um rund 36 % von diesem Preis gefallen.
Krakens Muttergesellschaft Payward hat die formellen IPO-Vorbereitungen im März ebenfalls aufgrund schwieriger Marktbedingungen pausiert, obwohl sie Ende 2025 vertraulich bei der U.S. Börsenaufsichtbehörde SEC eingereicht hatte.
Das Muster der Verzögerungen signalisiert, dass die Krypto-Auflistungswelle nach 2025 nicht stark genug war, um alle Unternehmen aufzunehmen, die sich auf die öffentlichen Märkte vorbereitet hatten.
Trotz des Ledger-IPO-Stopps hat das Unternehmen seine Expansion in den USA aktiv vorangetrieben. Im März ernannte Ledger den ehemaligen Circle-Manager John Andrews zum CFO und eröffnete ein New Yorker Büro als Knotenpunkt für Ledger Enterprise, seine institutionelle Infrastrukturplattform für Banken, Vermögensverwalter und Stablecoin-Emittenten. CEO Pascal Gauthier hatte zuvor eine US-Auflistung oder eine private Runde im Jahr 2026 als zwei gangbare Wege für das Unternehmen beschrieben.
Ledger hat weltweit über sieben Millionen Hardware-Wallets verkauft und hält schätzungsweise 100 Milliarden US-Dollar an Kundenvermögen auf seiner Plattform. Seine Hardware-Wallets sichern private Schlüssel offline und werden sowohl von Privat- als auch von institutionellen Anlegern weit verbreitet eingesetzt.
Ledger Enterprise, die neuere Umsatzschicht, richtet sich an große Finanzinstitute, die eine Infrastruktur für die Verwahrung digitaler Vermögenswerte benötigen.
Das Unternehmen wurde zuletzt in einer Finanzierungsrunde im Jahr 2023 mit 1,5 Milliarden US-Dollar bewertet. Die Nachfrage nach sicherer Krypto-Aufbewahrung ist seit 2025 stark gestiegen, da On-Chain-Angriffe und Schwachstellen bei Börsen Nutzer und Institutionen in Richtung Cold-Storage-Lösungen gedrängt haben. Die Pause beim Ledger-IPO lässt seine institutionellen Ambitionen vorerst in der Schwebe, ohne die Tür dauerhaft zu schließen.


