TeraWulf setzt auf künstliche Intelligenz-Infrastruktur – und das in großem Maßstab. Doch diesmal geht es nicht mehr um Chips. Es geht um Energie. Das Unternehmen hat ein 285 Acres großes Gelände im Osten von Kentucky gesichert. Es soll mehr als 1 Gigawatt (GW) an KI- und Hochleistungsrechenkapazität unterstützen.
Nach der Ankündigung stiegen die TeraWulf-Aktien in der jüngsten Handelssitzung um 10,3 %. Zum Redaktionsschluss wurde die Aktie bei 25,18 $ gehandelt. Der neue Standort, Muskie Data Campus genannt, reiht TeraWulf in eine wachsende Liste von Unternehmen ein, die darum wetteifern, massiven Stromzugang zu sichern.

KI-bezogene Aktien setzten ihre Rally fort. Anleger kauften Aktien von Bitcoin-Minern inmitten des aufkommenden Trends rund um Rechenzentren und KI-Infrastruktur. Hut 8 sprang um mehr als 6 %, Keel legte 6,5 % zu. Micron schoss derweil nach einer Zielerhöhung durch UBS um fast 20 % auf Rekordhöhen. AMD legte ebenfalls weitere 5 % zu.
Der globale Kryptomarkt gab nach. Die kumulierte Marktkapitalisierung sank um rund 2 % auf 2,54 Billionen $. Der Bitcoin-Kurs fiel auf das Niveau von 75.000 $, während Ether bei rund 2.100 $ pendelt.
Ein 1-GW-KI-Campus gilt heute als Hyperscale-Infrastruktur. Standorte dieser Größe können Berichten zufolge Millionen fortschrittlicher KI-Chips und große Trainingscluster für KI-Modelle der nächsten Generation unterstützen. Das übersteigt viele traditionelle Cloud-Campusse, die im letzten Jahrzehnt gebaut wurden.
Anleger haben Halbleiter jahrelang als das primäre Nadelöhr für KI-Wachstum betrachtet. Dieses Narrativ ändert sich nun schnell. Der Zugang zu Strom, Übertragungsinfrastruktur und behördlichen Genehmigungen wird zur eigentlichen Engstelle.
Das Kentucky-Projekt fügt sich direkt in diesen Trend ein. Berichten zufolge kooperierte Microsoft zuvor mit Constellation Energy rund um den Neustart von Three Mile Island. Dabei waren rund 800 MW an geplanter Kapazität vorgesehen. Amazon und Talen Energy haben derweil rund 2 GW dedizierte Energiekapazität für KI-Rechenzentrumsbetrieb anvisiert.
Die Internationale Energieagentur schätzt, dass der globale Stromverbrauch von Rechenzentren bis 2030 auf rund 945 Terawattstunden fast verdoppelt werden könnte. Dies wird größtenteils durch KI-Workloads angetrieben. Goldman Sachs prognostiziert derweil, dass die globale Stromnachfrage von Rechenzentren bis 2027 um rund 50 % steigen könnte – mit einem potenziellen Anstieg von 165 % bis 2030.
Derzeit verbrauchen Rechenzentren in den USA schätzungsweise rund 4 % bis 5 % des nationalen Stromverbrauchs. Diese Zahl könnte bis Ende des Jahrzehnts auf 9 % ansteigen.
Kentucky Power baut Berichten zufolge eine 345-kV-Umspannstation, die an ein 765-kV-Übertragungsnetz angeschlossen ist. Sie wäre in der Lage, industriellen Strombedarf zu decken. TeraWulf hat jedoch bereits Übertragungs- und Energiedienstleistungsvereinbarungen im Zusammenhang mit dem Projekt gesichert. Die Einführung soll schrittweise erfolgen.
Das Unternehmen plant, die ersten 500 MW in der zweiten Jahreshälfte 2028 in Betrieb zu nehmen. Weitere 500 MW könnten in der zweiten Jahreshälfte 2030 folgen.
TeraWulf betreibt bereits eine weitere 480-MW-Anlage im Bundesstaat. Das bedeutet, dass Kentucky nun mehrere großangelegte KI- und Hochleistungsrechen-Campusse beherbergt.
TeraWulf hat sein Geschäft ursprünglich rund um das Bitcoin-Mining aufgebaut. Das Unternehmen hat sich jedoch in Richtung KI und HPC-Hosting gewandelt. Der Wandel schlägt sich bereits in den Finanzergebnissen nieder. Für Q1 2026 wurde ein Umsatz von rund 34 Millionen $ gemeldet, wobei 21 Millionen $ davon aus HPC-Leasingaktivitäten stammten.
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