Eine direkte Konfrontation zwischen Senatorin Elizabeth Warren und den Bankambitionen der Krypto-Branche ist soeben öffentlich geworden. Warren schickte am 18.05.2026 einen Brief an das OCC. Sie fordert vollständige Anträge und vertrauliche Anhänge für neun kürzlich genehmigte nationale Trust-Bank-Charters. Darunter befinden sich jene für Ripple National Trust Bank, Coinbase National Trust Company, Paxos, Fidelity Digital Assets und BitGo.
Ihre Frist für eine Antwort ist der 01.06. Die Digital Chamber hat bereits zurückgeschlagen und das OCC aufgefordert, standhaft zu bleiben gegenüber dem, was sie als unbegründete rechtliche Anfechtungen charakterisiert. Die aktuellen Krypto-Nachrichten stellen die Zukunft des institutionellen Krypto-Bankwesens in den USA direkt in den Mittelpunkt eines Senatskontrollkampfes.
Warrens Kernargument ist einfach. Das OCC hat seit Dezember 2025 neun nationale Trust-Bank-Charters für Unternehmen genehmigt, die hauptsächlich mit der Ausgabe von Stablecoins und der Verwahrung digitaler Vermögenswerte beschäftigt sind. Sie argumentiert, dass diese Charters Krypto-Unternehmen ermöglichen, als „Krypto-Banken" zu operieren und auf die föderale Bankinfrastruktur zuzugreifen. Dabei umgehen sie die vollständigen Verbraucherschutz-, Einlagenversicherungs- und Finanzstabilitätssicherungen, die für traditionelle Nationalbanken gemäß dem National Bank Act gelten.
Ihr Brief fordert drei konkrete Dinge. Erstens die vollständigen Anträge, einschließlich vertraulicher Anhänge für alle neun genehmigten Charters. Zweitens eine detaillierte Aufschlüsselung, welche Aktivitäten jedes Unternehmen durchführen möchte und ob diese Aktivitäten als legitime treuhänderische Funktionen nach Bundesrecht gelten. Drittens eine rechtliche Analyse, die die Interpretation des OCC stützt, dass nicht-treuhänderische Aktivitäten wie die Ausgabe von Stablecoins im Rahmen des aktuellen Regelwerks zulässig sind.
Die Frist zum 01.06. signalisiert Dringlichkeit. Warren möchte Antworten, bevor die Umsetzung des GENIUS Act die institutionelle Integration weiter beschleunigt.
Die Digital Chamber handelte schnell. CEO Cody Carbone schickte einen Brief, in dem er OCC-Comptroller Jonathan Gould aufforderte, die Genehmigungen zu verteidigen. Dabei argumentierte er, dass diese sowohl mit dem bestehenden Recht als auch mit der durch den GENIUS Act festgelegten Richtung des Kongresses übereinstimmen. Das Stablecoin-Rahmenwerk von 2025 schuf klarere Wege für Trust-Unternehmen wie Coinbase, die Verwahrungs- und Zahlungs-Stablecoin-Dienste anbieten.
Die Position der Branche ist ebenso klar. Diese Unternehmen haben freiwillig eine Bundesaufsicht gesucht. Trust-Charters erlauben keine Einlagenaufnahme oder Kreditvergabe. Sie sind eng auf treuhänderische und Verwahrungsfunktionen beschränkt. Diese als gefährliche Bankenexpansion einzustufen, verfälscht, was die Charters tatsächlich erlauben.
Ripple war gleichzeitig auch auf regulatorischer Ebene aktiv. Am 22.05. reichte Ripple einen Folgebrief bei der SEC Crypto Task Force ein, mit der Forderung, Stablecoins als ordnungsgemäße Sicherheiten zu behandeln. RLUSD erhält einen 0%-Abschlag aufgrund seiner Mint-Burn-Beziehung mit Broker-Dealern. XRP erhält eine gleichwertige Behandlung wie BTC und ETH für die Klassifizierung als Nicht-Wertpapier, und On-Chain-Register sollen als einzig maßgebliche rechtliche Eigentumsurkunde bestimmt werden.
Für Coinbase-Nachrichtenverfolger und institutionelle Investoren entscheidet der OCC-Streit über etwas Grundlegendes. Ob US-amerikanische Krypto-Unternehmen regulierte Bankinfrastruktur im Inland aufbauen können oder einer erneuerten Rechtsunsicherheit gegenüberstehen, die Aktivitäten ins Ausland verlagert.
Für Entwickler, die Stablecoin-Anwendungen, Verwahrungs-Tools und Plattformen für tokenisierte Vermögenswerte erstellen, prägt das Ergebnis das Compliance-Umfeld für Jahre. OCC-lizenzierte Trust-Banken bieten eine regulierte Gegenpartei-Beziehung, die institutionelle Partnerschaften ermöglicht, die für nicht-lizenzierte Krypto-Unternehmen derzeit unmöglich sind.
Warrens Anfechtung ist nicht symbolisch. Wenn das OCC diese Genehmigungen unter dem Druck des Kongresses zurücknimmt oder einschränkt, verliert die Umsetzung des GENIUS Act bedeutende institutionelle Infrastruktur. Wenn das OCC standhaft bleibt, gewinnen US-amerikanische Krypto-Unternehmen wie Coinbase die Banklegitimität, auf die sie seit 2020 hinarbeiten. Die Antworterklärungsfrist zum 01.06. ist der nächste Kontrollpunkt. Beobachten Sie ihn genau.
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